Archiv Seite 3

14.9.: Öcalans ‚Demokratischer Konföderalismus‘ – ein kurdischer Anarchismus?

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14.9. um 19 Uhr in der Bibliothek der Freien. Anarchistische Bücherei im Haus der Demokratie
Greifswalder Str. 4, 2. Hof, Raum 1102
10405 Berlin – Prenzlauer Berg

An dem Ziel, eine freie Gesellschaft zu schaffen, sind sowohl der Realsozialismus als auch nationale Befreiungsbewegungen gescheitert. Vor diesem Hintergrund hat die einstmals marxistisch-leninistisch geprägte kurdische Freiheitsbewegung einen radikalen Wandel vollzogen: Statt der Errichtung eines sozialistischen Nationalstaates wird heute eine auf Rätestrukturen beruhende Selbstverwaltung angestrebt, die auf den Aufbau einer basisorientierten, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft abzielt.
Der inhaftierte Vordenker der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Abdullah Öcalan ließ sich bei der Entwicklung des ‚Demokratischen Konföderalismus‘ vor allem von den Konzepten des US-amerikanischen Anarchisten Murray Bookchin leiten, der klassische libertäre Ideen mit modernen Ansätzen eines ökologischen Kommunalismus verbunden hat. Diese Bezugnahme hat die Frage nach der anarchistischen Dimension des ‚Demokratischen Konföderalismus‘ aufgeworfen. Der Referent Nick Brauns ist Historiker und Mitautor des Buches „PKK – Perspektiven des kurdischen Freiheitskampfes“. Neben theoretischen Aspekten des ‚Demokratischen Konföderalismus‘ wird er beleuchten, wie im Windschatten von Krieg und Bürgerkrieg in Nordsyrien (Rojava) versucht wird, diese Ideen in die Praxis umzusetzen. (Vortrag mit Diskussion)

Erdogan ist nicht willkommen!

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Ein Diktator kommt nach Berlin – und wird mit allen Ehren empfangen. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan wird Ende September erneut um deutsche Unterstützung für seine Kriegspolitik bitten. Es ist abzusehen, dass auch dieses Mal Waffenverkäufe abgesegnet, Kredite zugesagt und Investitionen in der Türkei vereinbart werden. Der Besuch des deutschen Wirtschaftsministers samt 80-köpfiger Entourage Ende Oktober in der Türkei passt da ins Bild. Der Besuch Erdoğans in Berlin wird Anlass zum Protest für all diejenigen sein, die sich in Deutschland und der Türkei für Demokratie, Freiheit und Frieden einsetzen.
Aufruf weiterlesen

Razzien wegen YPG-Fahnen

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Polizei durchsucht Wohnungen kurdischer Aktivisten in München. Rechtshilfefonds beklagt verstärkte Repression gegen Kurdistan-Solidaritätsgruppen

Von Nick Brauns

In München hat die Polizei am frühen Dienstag morgen zwei Wohnungen kurdischer Aktivisten durchsucht. Hzrwan A. und Azad A. wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, auf Kundgebungen Fahnen der syrisch-kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG und YPJ getragen zu haben. Nach Ansicht der Ermittlungsbehörden ist dies ein Verstoß gegen das 1993 verhängte Verbot der Arbeiterpartei Kurdistans PKK. Die beiden Kurden sollen die Fahnen auf einer Demonstration gegen den türkischen Angriffskrieg auf den Kanton Afrin in Nordsyrien und auf einer weiteren anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März gezeigt haben.
In junge Welt vom 15.8.18 weiterlesen

Kampf gegen die Invasoren

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Türkei will besetzte Gebiete Nordsyriens in eigenen Machtbereich eingliedern. Lokale Milizen schwächen Ankara durch Strategie der Nadelstiche

Von Peter Schaber

Seit Mitte März steht der im Nordwesten Syriens gelegene, mehrheitlich von Kurden bewohnte Kanton Afrin unter türkischer Besatzung. Zusammen mit islamistischen Terrorgruppen kontrollieren die Streitkräfte Ankaras das Gebiet, Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen sind an der Tagesordnung. Die Türkei hat dabei offenbar nicht vor, aus Afrin wieder abzuziehen: Plätze werden nach dem türkischen Autokraten Recep Tayyip Erdogan benannt, die vormalige lokale Selbstverwaltung durch eine Regierung von Ankaras Gnaden ersetzt.
in junge Welt vom 13.8.18 weiterlesen

Aktionsplan zum Jahrestag des IS-Angriffs auf Şengal

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Am 3. August 2014 hat die Terrormiliz „Islamischer Staat“ das ezidische Siedlungsgebiet Şengal in Südkurdistan angegriffen. Noch immer sind Tausende Ezidinnen in IS-Gefangenschaft. Zum Jahrestag wird bundesweit ihre Freiheit gefordert.

„Anlässlich des vierten Jahrestages gedenken wir mit großem Respekt der Opfer des noch andauernden Genozids und Feminizids an den Ezid*innen vom 3. August 2014 in der Şengal-Region durch den sogenannten IS und seine Verbündeten. Wir erinnern an die verschleppten Frauen und Kinder, von denen noch immer jegliche Spur fehlt, und begrüßen gleichzeitig den heldenhaften Widerstand der Frauenverteidigungseinheiten YJŞ. Wir machen erneut deutlich, dass wir die verschleppten Frauen und Kinder niemals vergessen werden. Wir werden uns weiterhin für ihre Freiheit einsetzen. Denn die Freiheit der Frauen und Kinder in Şengal ist die Freiheit der Menschheit“, heißt es in einer Erklärung des ezidischen Frauenverbands TAJÊ, in der zur Teilnahme an bundesweit stattfindenden Mahnwachen aufgerufen wird.

In Deutschland sind vom Dachverband des Ezidischen Frauenrats e.V. und dem Zentralverband der Ezid*innen e.V. (NAV-YEK) für den 3. August 2018 diverse Aktionen geplant:


Berlin: Brandenburger Tor, 3. August 17.00 Uhr, Demonstration und Mahnwache

Fahrplan zum Frieden

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Erstmals offizielle Gespräche zwischen der syrischen Regierung und kurdischen Kräften. Türkei befürchtet gemeinsame Offensive auf Idlib

Von Nick Brauns

Auf Einladung der syrischen Regierung befanden sich vergangene Woche erstmals Vertreter der nordsyrischen Selbstverwaltungsregion zu offiziellen Gesprächen in Damaskus. Angeführt wurde die Delegation von der kurdischen Politikerin Ilham Ahmed als Vorsitzende des Demokratischen Rats Syriens. Dieser ist die politische Vertretung der um die kurdischen Volksverteidigungskräfte gemeinsam mit arabischen, assyrischen und turkmenischen Milizen gebildeten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDK). Diese von den USA im Kampf gegen den »Islamischen Staat« bislang unterstützte Milizenkoalition kontrolliert mindestens ein Viertel des syrischen Staatsgebietes. Darunter befinden sich die als Rojava bekannten kurdischen Siedlungsgebiete, wichtige Infrastruktur wie der Euphrat-Staudamm sowie Öl- und Gasfelder in Deir Al-Sor.
in junge Welt vom 317.2018

Ankara und Teheran gegen PKK

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Türkischer Vormarsch auf Kandilgebirge stockt. Iran beunruhigt über Aktivitäten kurdischer Gruppen

Von Nick Brauns

Hartnäckiger Widerstand der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), deren Guerilla sich zu Wochenbeginn erneut Gefechte mit den Invasionstruppen lieferte, hat den im März begonnenen türkischen Vormarsch im Nordirak weitgehend zum Stillstand gebracht. Doch die türkischen Einheiten sind bereits mehr als 30 Kilometer tief auf das Bradost- und Sidekan-Gebiet der kurdischen Autonomieregion vorgedrungen, haben Dutzende Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht und elf Militärstützpunkte errichtet. Regelmäßige Luftangriffe zielen auf die Vertreibung der Zivilbevölkerung. Erklärtes Ziel Ankaras ist die Einnahme des noch rund 50 Kilometer entfernt im irakisch-iranischen Grenzgebiet liegenden Kandilgebirges, in dem sich das PKK-Hauptquartier befindet.
In junge Welt vom 26.7.18 weiterlesen

Asyl für Turgut Kaya

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Der in Athen in Auslieferungshaft gefangene türkische Kommunist Turgut Kaya hat am Dienstag seinen 55. Tage andauernden Hungerstreik beendet. Zuvor hatte die griechische Emigrationsbehörde seinem Asylersuchen stattgegeben und der Justizminister seine Freilassung am kommenden Montag zugesagt.

Kaya, der in der Türkei aufgrund seiner politischen Aktivitäten bereits jahrelang inhaftiert war, wurde nach seiner Flucht nach Griechenland im April aufgrund eines über Interpol verbreiteten Haftbefehls der türkischen Justiz festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, Führungskader der maoistischen TKP/ML zu sein. Kaya war in den Hungerstreik getreten, nachdem das Oberste Verwaltungsgericht Griechenlands seine Auslieferung für zulässig erklärt hatte. „Obwohl ich noch nicht in Freiheit bin, ist meine Auslieferung weitgehend blockiert“, erklärte Kaya am Dienstag. „Das ist der Erfolg des revolutionären Willens und der internationalen Solidarität.“ In Athen hatte es tägliche Protestaktionen vor dem Parlament und Justizministerium gegeben, auch in anderen Ländern fanden zahlreiche Solidaritätsaktionen statt.

Türkei: Der Absturz der Lira wird zum Problem für Erdogan

22. Juli 2018 Elke Dangeleit auf Telepolis

Finanzmärkte sind alarmiert und Ökonomen warnen, dass die türkische Wirtschaft in den nächsten Wochen zusammenbrechen kann

Kapitalflucht, die türkische Lira auf Talfahrt gegenüber Dollar und Euro, schrumpfende Devisenreserven: Mehrere internationale Ökonomen prophezeien den baldigen Zusammenbruch der türkischen Wirtschaft. Die Anhänger Erdogans verbreiten dazu wie üblich Verschwörungstheorien: Angeblich bereiten die westlichen Finanzmärkte einen wirtschaftlichen Putsch vor, nachdem es dem Westen vor zwei Jahren nicht gelungen sei, Erdogan durch den Putschversuch im Juli 2016 zu kippen.

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Politischer Vernichtungsfeldzug gegen Kurden in Deutschland

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Ein Hintergrundbericht zur Repressionswelle gegen Kurden und ihre Institutionen in Deutschland, Civaka Azad, 13.07.2018

Kurdische Kulturvereine werden unter fadenscheinigen Begründungen gestürmt, kurdische Bücher werden beschlagnahmt, geteilte Beiträge in den Sozialen Medien werden als „Beweismittel“ vorgeführt, deutsche solidarische Kreise sind aufgrund ihrer Solidarität mit den Kurden von Repressionen betroffen…

Es ist im Grunde nichts Neues, dass Deutschland gegen die Freiheitsbewegung der kurdischen Gesellschaft an der Seite der Kolonialstaaten steht. Auch ist bekannt, dass Deutschland, welches seine Außenpolitik an lukrativem Handel und Exportüberschüssen ausrichtet, dem türkischen Staat in schweren Zeiten zur Hilfe eilt. Die Spannungen und Krisen zwischen beiden Staaten haben uns in den letzten Monaten noch einmal mehr gezeigt, dass es sich um innenpolitische Spielchen handelt. Beispielsweise hat die deutsche Bundesregierung trotz der schweren Menschenrechtsverletzungen im besetzten Afrin durch den türkischen Staat und den heftigen Reaktionen der Öffentlichkeit ihre Waffenlieferungen an die türkische Armee fortgesetzt. Darüber hinaus wurde sogar die Modernisierung der Panzer unternommen, die für die Besatzung Afrins vorbereitet wurden.

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