Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Internationaler Aktionstag, 26. Mai: Gegen die türkische Invasion in Kurdistan

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Aufruf zum globalen Aktionstag gegen die türkische Invasion in Rojava (Nordsyrien) und Südkurdistan (Nordirak), 04.05.2018

Die Regierung Erdoğans hat die kolonialen Ambitionen des türkischen Staates auf ein gänzlich neues Niveau angehoben. Es wird nun auf die Zerstörung aller Errungenschaften der KurdInnen im Süden und Westen Kurdistans abgezielt. Wenn die völlige Zerstörung nicht möglich ist, möchten sie die kurdischen Gebiete belagern und ersticken. Der türkische Staat hält an seiner uralten Politik gegen die kurdische Gesellschaft und Kurdistan weiterhin fest. Das Ziel ist es die kurdische Gesellschaft ihren zentralen Rechten zu berauben. Die türkische Staatspolitik gegen die KurdInnen ist umfassender Krieg, Zerstörung und Besatzung.

Aufruf weiterlesen auf Civaka Azad Seite

Landräuber in Afrin

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Dschihadisten okkupieren kurdische Dörfer. Aufstand gegen türkische Besatzung in Al-Bab

Von Nick Brauns

In der türkisch besetzten nordsyrischen Region Afrin werden Tausende islamistische »Gotteskrieger« angesiedelt. Zuerst hatten 4.000 Familien von Kämpfern der »Freien Syrischen Armee« (FSA), die am Einmarsch in den kurdischen Selbstverwaltungskanton beteiligt waren, Häuser und Wohnungen geflohener Kurden okkupiert. Nun kommen auch aus anderen Landesteilen Dschihadisten nach Afrin. Weiterlesen in junge Welt vom 9.5.18

Machtkampf zwischen Atlantik und Eurasien um die Vorherrschaft im Mittleren Osten

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Aktuelle Bewertung von Songül Karabulut; für den Kurdistan Report Mai/Juni 2018

Wir befinden uns in einem Weltkrieg, in dem die Geschichte hinter dem Aktuellen verborgen bleibt und wir jetzt dennoch Zukunft schreiben. Weil wir die Geschichte nicht richtig analysiert und entsprechende Konsequenzen gezogen haben, erleben wir an manchen Punkten eine Wiederholung: wie der Faschismus sich erneut entfaltet, wie es zu eskalierenden Weltkriegen kommt, die Einrichtung einer neuen Weltordnung auf Kosten der Völker, und vieles mehr. Aus der Geschichte zu lernen ist unser existenzielles Kapital. Denn nur so haben wir die Chance, durch Widerstand und Engagement den Lauf der Ereignisse, also die Zukunft, mitzugestalten.
Auf Civaka Azad Seite weiterlesen

Wahlkampf hinter Gittern

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Linker Politiker Demirtas kandidiert aus der Haft heraus für das Amt des türkischen Staatspräsidenten. Bildung einer »Nationalen Allianz« gegen Erdogan

Von Nick Brauns

Der frühere Vorsitzende der linken Demokratischen Partei der Völker (HDP), Selahattin Demirtas, wird aus dem Gefängnis heraus für das Amt des Präsidenten der Türkischen Republik kandidieren. Das gab die Partei am Freitag offiziell bekannt. Am Sonnabend schloss sich die kemalistisch-sozialdemokratische CHP mit der rechten »Guten Partei« (Iyi), der islamistischen »Glückseligkeitspartei« und der konservativen Demokratische Partei (DP) zur »Nationalen Allianz« zusammen. Die aufgrund ihrer prokurdischen Orientierung von dieser Allianz ausdrücklich ausgeschlossene HDP ist damit die einzige linke Alternative. Meinungsumfragen sehen die durch Inhaftierungen Tausender Mitglieder geschwächte Partei über der Zehnprozenthürde.
In junge Welt vom 7.5.18 weiterlesen

Bijî Yekê Gulanê – Es lebe der 1. Mai!

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Berlin 09.00 Uhr, Hackescher Markt 18.00 Uhr, Oranienplatz

Das Demokratische Gesellschaftszentrum für KurdInnen in Deutschland NAV-DEM ruft zum ArbeiterInnenkampftag 1. Mai auf.

Der 1. Mai als internationaler Kampftag der ArbeiterInnenklasse steht seit jeher im Zeichen der grenzenlosen internationalen Solidarität im globalen Kampf für eine freie, gerechte und gleichberechtigte Welt. Der 1. Mai steht dafür, die lokalen Kämpfe gegen Unterdrückung und Ausbeutung auf einer globalen Ebene zu vernetzen und die real existierenden, künstlich geschaffenen (National-) Grenzen, aber auch die in unseren Köpfen bestehenden Spaltungslinien, ein für alle Mal einzureißen. Der 1. Mai steht für eine kollektive Haltung der Menschen weltweit gegen die kriegerische und ausbeuterische Politik der Herrschenden.
Auf ANF Seite weiterlesen

Globaler Aktionstag für Hasankeyf und Sur

Protest gegen die Zerstörung von Hasankeyf und Diyarbakir-Sur vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Am 28. April 2018 wurden in sieben Städten Nord-Kurdistans und der Türkei und in mehr als 20 Städten aus zehn Ländern Aktionen für die Verteidigung von Sûr und Hasankeyf am Tigris durchgeführt. Sie haben ein starkes Zeichen gegen die laufende Zerstörungen dieser beiden antiken und bewohnten Orte in Nord-Kurdistan (Südosten der Türkei) gesetzt. Beide Orte sind zu Synonymen der Repressionspolitik des türkischen Staates gegen Kultur, Natur und Menschen geworden.

28. April 2018 – Globaler Aktionstag – Stoppt die Zerstörung von Hasankeyf und Sûr!

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-> Protestaktion in Berlin am 28.4. von 14 bis 17 Uhr vor dem Brandenburger Tor

Hasankeyf und Sûr sind seit Jahrtausenden bewohnte Orte am Fluss Tigris im Südosten der Türkei. Seit Jahren sind diese historischen Orte in Obermesopotamien durch die AKP Regierung systematischen Zerstörungen ausgesetzt. Doch beide Orte sind auch zu Symbolen des Widerstandes sowohl gegen die ökologisch-soziale Zerstörung durch Mega-Investitionsprojekte als auch die seit 2015 laufende Kriegspolitik des türkischen Staates geworden.

Die seit 12.000 Jahren bewohnte Kleinstadt Hasankeyf mit ihren einzigartigen historischen Monumenten aus zahlreichen vergangenen Zivilisationen erfüllt neun von zehn Kriterien der UNESCO als Weltkulturerbe, doch die Türkei hat niemals einen Antrag auf Aufnahme in die UNESCO-Liste gestellt. Nun droht Hasankeyf aufgrund des Baus des Ilisu-Staudammes ebenso wie fast 200 Dörfer in einem gigantischen Stausee zu versinken. Das Ilisu Projekt ist eines der weltweit umstrittensten Staudämme und würde bei Stauung des Tigris 80.000 Menschen ihrer Lebensgrundlagen berauben. In den letzten 20 Jahren konnte das Projekt mehrfach durch den örtlichen und internationalen Widerstand gestoppt werden. Doch die türkische Regierung nahm immer wieder den Bau auf, weil sie Ilisu als ein strategisches Instrument für ökonomisch-politische Ziele betrachtet. Das Wasser des Tigris soll als Waffe zur Erpressung der Nachbarländer aber auch zur Unterdrückung des kurdischen Aufstandes im eigenen Land eingesetzt werden. Mit starker Militärpräsenz ist hat das Projekt heute fast sein Bauende erreicht. Internationale Firmen sind sowohl beim Staudammbau (vor allem Andritz aus Österreich) als auch bei der Versetzung von einigen der mehr als 300 Monumente aus Hasankeyf beteiligt.

Die Altstadt von Diyarbakir Sûr wird seit mindestens 7000 Jahren ununterbrochen besiedelt. Seit 2015 gehört die von den Stadtmauern umgebene Altstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Bevölkerung von Sûr ist sehr politisch und hat sich ab 2007 in rätedemokratischen Strukturen für kommunale Demokratie und Frauenbefreiung organisiert. Als die AKP-Regierung 2015 einseitig wieder den Krieg gegen die kurdische Bevölkerung lostrat, wurden Sûr und andere selbstorganisierte Städte brutal angegriffen und durch das Militär Verbrechen gegen die Menschheit begangen. Die größte physische Zerstörung von Sûr erfolgte aber nach Ende jeglicher bewaffneter Auseinandersetzungen ab März 2016. Seitdem wurden die Häuser von 25.000 zwangsvertriebenen Menschen komplett abgerissen. Die Zerstörung von Sûr geht bis heute ebenso weiter wie der Widerstand der Bevölkerung. gegen ihre Vertreibung.
Wir fordern Euch auf, euch solidarisch mit den vielen Menschen in Kurdistan und der Türkei zu zeigen, die gegen die Zerstörung von Hasankeyf und Sûr kämpfen. Die Rettung beider Orte ist noch möglich und kann Hoffnung gegen weitere kulturell-sozial-ökologische Zerstörung geben und die Friedensperspektive wieder stärker werden lassen.

Initiative zur Rettung von Hasankeyf – Berlin

Mit Teddy für Afrin

Solidarität mit dem kurdischen Freiheitskampf im Mittelpunk von Gedenkveranstaltungen für den Kommunisten Ernst Thälmann

REWŞAN DENIZ/BERLIN

Bei zwei Kundgebungen anlässlich des 132. Geburtstages des Revolutionärs Ernst Thälmann in Berlin und Königs Wusterhausen stand am Wochenende die Solidarität mit dem kurdischen Freiheitskampf im Mittelpunkt. Redner zogen dabei Parallelen vom Kampf der Kommunisten in der Weimarer Republik zur Unterstützung der chinesischen Revolutionmit der Solidarität mit Afrin heute. Denn so, wie heute die türkische Armee mit deutschen Waffen hochgerüstet wird, so wurde in den 30er Jahren die japanische Armee bei ihrem Einmarsch in das revolutionäre China über Deutschland mit Waffen versorgt.

In Yeni Özgür Politika weiterlesen

21./22.4. Kurdistan-Solidarität bei Thälmann-Ehrungen

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Das Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin beteiligt sich an den Ehrungen anlässlich des 132. Geburtstages des Revolutionärs Ernst Thälmann

Samstag, 21. April 2018, Kundgebung um 14 Uhr Vor dem Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin (Ernst-Thälmann-Park, Greifswalder Str.)

Redner:

Nick Brauns (Historiker, Journalist, Vertreter des Solidaritätskomitee Kurdistan, Berlin)

Max Renkl (Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ e. V., Ziegenhals)

Sonntag, 22. April 2018 Beginn: 11:30 Uhr Kundgebung vor dem Gelände der zertrümmerten und zerstörten Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals (Seestr. 27, Ziegenhals-Niederlehme)

Redner:

Dieter Ilius (Vertreter des Solidaritätskomitee Kurdistan, Berlin)

Max Renkl (Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ e. V., Ziegenhals)

Musik: RotFuchs Singegruppe

Veranstalter: Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“, Ziegenhals

»Weder Putin noch Trump sollten in Syrien etwas zu sagen haben«

Gespräch mit Nilüfer Koc. Über die türkische Besatzung in Afrin, die Achse Moskau–Ankara–Teheran und die Rolle der USA in Syrien

Interview: Peter Schaber

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Nilüfer Koc ist Kovorsitzende des Kongra Netewiya Kurdistan (Nationalkongress Kurdistan, KNK), eines internationalen Zusammenschlusses kurdischer Parteien, Organisationen und Einzelpersonen. Sitz des Dachverbandes ist Brüssel

Wie stellt sich die aktuelle Situation im nordsyrischen, von der Türkei besetzten Kanton Afrin dar?

Die meisten Zivilisten sind am 17. März in benachbarte arabische Regionen evakuiert worden. In der Stadt befinden sich aber noch ungefähr 30.000 Bewohner. Verwaltet wird Afrin derzeit von dschihadistischen Milizen und türkischen Militärs. Auf den Gebäuden jener Institutionen, die vorher die Selbstverwaltung des Kantons ausmachten, wurden überall türkische Flaggen gehisst. Jetzt will Ankara einen »Rat« zusammenstellen, der dann Afrin regieren soll. Er soll aus jenen Kurden und Arabern bestehen, die bereits seit Jahren zur syrischen Opposition gehören, die in Istanbul ihre Zentrale hatte. Wie der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli vergangene Woche betonte, soll dieser »Rat« dann Afrin übernehmen – es soll also eine dauerhafte Besatzung geschaffen werden wie etwa seit 1974 auf Zypern.

In junge Welt vom 14.4.18 weiterlesen