Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Feminismus bleibt antirassistisch!

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Rechter Frauenmarsch durch Berlin-Kreuzberg erfolgreich blockiert.

Nick BRAUNS

Ein rassistischer Aufmarsch von AfD-und Pegida-Anhängern und Neonazis mitten durch den multikulturellen Stadtteil Berlin-Kreuzberg wurde am Samstag erfolgreich von Antifaschisten blockiert. Der rechtsextreme Aufmarsch firmierte offiziell als „Marsch der Frauen“. Doch handelte es sich um alles andere als eine feministische Demonstration. Vielmehr richtete sich der Protest gegen „die Flüchtlingspolitik der Altparteien“, durch die nach Ansicht der Organisatoren des Marsches „die Freiheit der deutschen Frau mehr und mehr eingeschränkt“ werde. „Wir sind hier in Deutschland im 21. Jahrhundert, es darf keinen Rückfall ins Mittelalter und schleichenden Einführung der Scharia geben“, hieß es auf der Facebook-Seite des Marsches. Anmelderin des „Frauenmarsches“ war die kurdischstämmige AfD-Politikerin Leyla Bilge.
In Yeni Özgür Politika weiterlesen

#DefendAfrin

„Wasser als Waffe – Hasankeyf soll leben!“

Türkischer Kolonialismus in Kurdistan und der Kampf gegen den Ilısu-Staudamm

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Ausstellung und Veranstaltungen in der Galerie Olga Benario vom 15. Februar bis zum 29. März 2018

Die historisch einzigartige 12.000 Jahre alte Felsenstadt Hasankeyf im kurdischen Südosten der Türkei droht ebenso wie rund 200 Dörfer in den Fluten eines gigantischen Stausees zu verschwinden.
Beim Bau des Ilısu-Großstaudamms am Oberlauf des Tigris geht es nicht um nachhaltige Energiegewinnung. Vielmehr setzt die Regierung in Ankara das Wasser als Waffe gegen Mensch, Kultur und Natur zur Durchsetzung politischer Interessen ein. Durch das Aufstauen des Tigris soll die Bevölkerung in einer Hochburg der linken Demokratischen Partei der Völker (HDP) ihrer Lebensgrundlagen beraubt, die kurdische Guerilla in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und das Nachbarland Irak erpressbar gemacht werden. Ein Kulturerbe der Menschheit soll für Machtinteressen und Profitgier zerstört werden.
Eine Ausstellung von der Initiative zur Rettung von Hasankeyf

DO 15 FEB 2018 ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG 19:30Uhr

Wir zeigen den Dokumentarfilm „Der Todestag des Wassers“ von Regisseur Ali Ergül (2017, 21 Minuten, OmU). Anschließend Vortrag des Journalisten und Historikers Nick Brauns über die politischen Hintergründe des Ilısu-Staudammes und den jahrzehntelangen Widerstand gegen dieses Projekt.

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Kriegsgegner verfolgt

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Die türkische Regierung geht hart gegen Kritiker ihres Syrien-Feldzuges vor: Terrorverfahren gegen neue HDP-Vorsitzende eröffnet

Von Peter Schaber

Die Reaktion der Behörden blieb nicht lange aus: Kaum 24 Stunden, nachdem die Demokratische Partei der Völker (HDP) im Rahmen ihres dritten Parteikongresses am vergangenen Wochenende zwei neue Vorsitzende gewählt hatte, leitete die türkische Generalstaatsanwaltschaft gegen eine der beiden, Pervin Buldan, ein Verfahren ein. Der Vorwurf war vorhersehbar: Unterstützung des »Terrorismus«, womit der Kampf der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für eine Demokratisierung der Türkei gemeint ist. Buldan ist damit in guter Gesellschaft: Neben Tausenden weiteren HDP-Mitgliedern und -Sympathisanten sitzen ihre zwei prominenten Vorgänger, Selahattin Demirtas und Figen Yüksedag, aufgrund derselben Anschuldigungen seit nunmehr über einem Jahr in Haft.

In junge Welt vom 13.2.18 weiterlesen

»Überall ist Afrin – überall ist Widerstand«

Auf dem Parteitag der HDP in Ankara wurde eine neue Doppelspitze gewählt

Von Nick Brauns

Während die türkische Armee ihre Offensive gegen den kurdischen Kanton Afrin in Nordsyrien fortsetzt, versammelten sich am Sonntag in Ankara 32.000 Anhänger der linken Demokratischen Partei der Völker (HDP) unter dem Motto »Hoffnung, Mut, Entschlossenheit« zu ihrem dritten Parteitag. Der Kongress findet unter den Bedingungen des Ausnahmezustands statt, in den Tagen zuvor waren rund 500 HDP-Mitglieder, darunter Delegierte und in die Kongressvorbereitung eingebundene Funktionäre, wegen ihrer Beteiligung an Antikriegsprotesten festgenommen worden. »Überall ist Afrin – überall ist Widerstand«, skandierten Tausende trotz der anwesenden Polizeikräfte vor der Kongresshalle.
In junge Welt vom 12.2.2018 weiterlesen

Berlin: Solidarität mit Afrin

Protest gegen den türkischen Angriffskrieg auf Afrin
6./7./8./9. Februar jeweils 12 – 17 Uhr Protestzelt vor dem Bundestag

Marsch auf Afrin

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Tausende Menschen wollen Verteidigung des kurdischen Distrikts in Nordsyrien unterstützen

Von Kevin Hoffmann

Seit mehr als zwei Wochen greifen die türkische Armee und mit ihr verbündete islamistische Gruppen den mehrheitlich von Kurden bewohnten Distrikt Afrin im Norden Syriens an. Trotz technischer Überlegenheit und Hunderter Luftangriffen konnten sie unter großen Verlusten bislang lediglich einzelne Dörfer und Hügel besetzen.
in junge Welt vom 6.2.18 weiterlesen

Friedensengel für Kriegstreiber

Türkischer Angriff auf Afrin stockt. Präsident Erdogan beim Papst

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Venedig: Protest gegen Erdogan-Besuch

Von Nick Brauns

Die türkische Armee und verbündete Dschihadisten der »Freien Syrischen Armee« konnten auch zu Wochenbeginn keine entscheidenden Geländegewinne im nordsyrischen Afrin erringen. Dagegen gelang es den kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG nach eigenen Angaben, einen weiteren türkischen Panzer zu zerstören.

Der Beschuss ziviler Ziele in Afrin durch türkische Artillerie dauerte am Montag unvermindert an. Bombardiert wurde auch das Zentrum der medizinischen Hilfsorganisation Kurdischer Roter Halbmond im Bezirk Raco. Allerdings wurden seit Sonntag keine Luftangriffe auf Afrin mehr gemeldet. Das führte zu Spekulationen, wonach Russland den Luftraum für die türkische Luftwaffe wieder gesperrt habe. Ein solcher Schritt könnte eine Reaktion auf den Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges durch die mit der Türkei verbündete Dschihadistenmiliz Haia Tahrir Al-Scham (HTS) am Samstag in der benachbarten syrischen Provinz Idlib sein. Dort flogen die russische und syrische Luftwaffe weiter Angriffe gegen Stellungen der Aufständischen. Die Organisation »Weißhelme« verbreitete, dass in der Stadt Sarakeb drei Helfer und sechs weitere Menschen durch Chlorgas verletzt worden seien. Aufgrund der Nähe der als Hilfsorganisation auftretenden Gruppierung zu den Dschihadisten ist eine solche Meldung allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kam am Montag in Rom mit Papst Franziskus zusammen. Hauptthema dieses ersten Besuchs eines türkischen Staatschefs im Vatikan seit 59 Jahren war die Jerusalem-Frage. Das Kirchenoberhaupt überreichte Erdogan eine Medaille mit einem »Friedensengel, der den Dämon des Krieges besiegt«. Im Zentrum der italienischen Hauptstadt waren alle Demonstrationen verboten worden. Die Polizei ging gewaltsam gegen Teilnehmer einer Mahnwache von Kurdinnen und Kurden vor.

aus: junge Welt vom 6.2.18

5. Februar im Café Rojava: Krieg & Widerstand in Bakur – Tatort Amed/Sûr

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Ausstellung, Film & Podium:
Mo, 05.02.2018 | 18:00 Uhr | Café Morgenrot (Kastanienallee 85 / Prenzlauer Berg)

Seit 1988 ist die von einer Festungsmauer umgebene Altstadt Suriçi (Sûr) von Amed (Diyarbakır) in Bakur (Nordkurdistan) unter Denkmalschutz gestellt. Seit Juli 2015 ist diese sowie die anliegende Kulturlandschaft Hevselgärten in die Liste der UNSECO-Welterbstätten eingetragen. Heute ist von Sûr kaum noch etwas übrig.

Die Metropole am Tigris wurde im Juli 2015 im Zuge der erneuten Kriegsoffensive des türkischen Staates unmittelbares Ziel mehrerer Militäroperation, ebenso wie u.a. die Städte Cizîr (Cizre), Silopi, Şirnex (Şirnak) und Nisêbîn (Nusaybin). Der Belagerungszustand bis März 2016 und der Beschuss der Bevölkerung durch die türkische Armee und Polizei stellten einen massiven Angriff auf die basisdemokratischen Selbstverwaltungsstrukturen der kurdischen Freiheitsbewegung dar. Anwohner*innen schlossen sich zu zivilen Volksverteidigungseinheiten (YPS) zusammen und leisteten Widerstand. Die bewaffneten Auseinandersetzungen forderten zahlreiche Opfer. Fast 22 000 vertriebene Menschen haben seit den Kämpfen keine eigene Wohnung mehr. Vertreibung, Verfolgung, Zwangsverwaltung und ein verordneter Ausnahmezustand sind seitdem Alltag in Nordkurdistan.

Die Fotoausstellung „SUR“, der Film „Ververoz“ in Anwesenheit des Regisseurs Piran Baydemir und das anschließende Podium u.a. mit der HDP-Politikerin Nursel Aydoğan sollen eine politische Einordnung vornehmen und einen Eindruck von den Kämpfen und der momentanen Situation in Amed/Sûr und Nordkurdistan vermitteln.

Übersetzungstechnik direkt vor Ort!

Aktionen für Afrin in Berlin

Nächste Demonstrationen gegen den Krieg der Türkei gegen Afrin finden in Berlin statt am

Mittwoch 31.1. 18 Uhr Demo ab U-Bahnhof Uhlandstrasse

Freitag 2.2. 18 Uhr Demo ab Brandenburger Tor

Sonntag 4.2. 15 Uhr Internationalistische Demo ab Oranienplatz