8. Juni – Globaler Aktionstag für Hasankeyf

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Noch ist es nicht zu spät, um Hasankeyf und den Tigris zu retten! Stoppt die Befüllung des Ilisu-Stausees!

Berlin: Samstag 8. Juni von 15 – 17 Uhr auf der Museumsinsel vor der Alten Nationalgalerie Kundgebung und Ausstellung

Die antike Stadt Hasankeyf im Südosten der Türkei ist seit 12.000 Jahren ein Ort ununterbrochener menschlicher Besiedlung. Dutzende Zivilisationen haben diese herausragende universelle Stätte am Ufer des Tigris und den angrenzenden Tälern und Hügeln geschaffen. Unabhängige Wissenschaftler meinen, dass Hasankeyf und das umliegende Tigristal historisch ebenso wichtig sind wie die weltbekannten archäologischen Stätten von Ephesus, Troja und Kappadokien in der Türkei. Es wird angenommen, dass Hasankeyf der Zwillingsort der 225 km westlich gelegenen steinzeitlichen Tempelanlage Göbeklitepe ist. Doch während Göbeklitepe vergangenes Jahr in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde, soll Hasankeyf, das 9 von 10 Kriterien für ein Weltkulturerbe erfüllt, durch das fast fertiggestellten Staudamm- und Wasserkraftwerksprojekt Ilisu überflutet werden. In jüngsten Erklärungen kündigte die türkische Regierung an, am 10. Juni 2019 mit der Auffüllung des Ilisu-Stausees zu beginnen.

Entgegen offiziellen Angaben hat der Ilisu-Damm für die Mehrheit der Bevölkerung in der betroffenen Region keinen sozioökonomischen Nutzen. Im Gegenteil werden bis zu 80.000 Menschen ihren Lebensunterhalt vor allem in der Landwirtschaft verlieren. Ihre weitgehend entschädigungslose Vertreibung ist nicht nur Kollateralschaden sondern Absicht. Denn die türkische Regierung nutzt das Wasser des Tigris als Waffe für ihre Unterdrückungs- und Assimilationspolitik gegen die kurdische Bevölkerung. Mit dem Staudammbau verbunden ist das strategische Ziel Ankaras, das Nachbarland Irak durch die Kontrolle der Wasserzufuhr erpressbar zu machen. Das Ilisu-Projekt gefährdet die Wasserversorgung der wichtigsten irakischen Städte und die irakische Landwirtschaft. Zudem drohen die als UNESCO-Welterbe anerkannten mesopotamischen Sümpfe im südlichen Irak auszutrocknen. In der Osttürkei würde die biologische Vielfalt des Tigris-Ökosystems erheblich beeinträchtigt.

Wir fordern die türkische Regierung auf, weder im Juni noch später mit der Befüllung des Ilisu-Staubeckens zu beginnen. Stattdessen sollte eine neue breite, partizipative und transparente Diskussion mit allen Vertretern der lokalen Bevölkerung über die Zukunft der betroffenen Regionen eingeleitet werden. Eine weitere Bedingung sollte das Erreichen eines völkerrechtlichen Einvernehmens mit dem Irak und Syrien sein, das einen ausreichenden Wasserfluss in die mesopotamischen Sümpfe und in den Südirak gewährleisten soll.

Für diese Ziele finden am heutigen dritten globalen Hasankeyf-Aktionstag Protestaktionen in vielen Ländern statt.

Weitere Infos in englischer und türkischer Sprache: http://www.hasankeyfgirisimi.net/

Berliner Initiative zur Rettung von Hasankeyf


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