Archiv für Oktober 2018

27.10. Demo „Freiheit für Abdullah Öcalan – Frieden für Kurdistan“

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Demo in Berlin: Alexanderplatz / Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus. 15.30 Uhr

Am Freitag und Samstag finden weltweit zu Demonstrationen statt, um auf die Totalisolation des auf der türkischen Gefängnis Imrali inhaftierten Vordenkers Abdullah Öcalan hinzuweisen und seine Freiheit zu fordern.
Auch wird das Schweigen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, des EU-Antifolterkomitees CPT und anderer Institutionen kritisiert. Forderungen, die Zustände auf Imrali zu untersuchen, bleiben seit Jahren ungehört.

»Die Kriegsmaschine lahmlegen«

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Vor 20 Jahren wurde die Internationalistin Andrea Wolf in den kurdischen Bergen ermordet

Von Nick Brauns

Mit Gedenkveranstaltungen und einer Demonstration wird in diesen Tagen an die vor 20 Jahren in den kurdischen Bergen von der türkischen Armee ermordete Internationalistin Andrea Wolf erinnert. Wolf, die in der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) den Kampfnamen Ronahi (Licht) trug, war am 23. Oktober 1998 nach einem Gefecht im Bergland von Catak in der Provinz Van mit weiteren Guerillakämpfern von den Militärs gefangen genommen worden. Die Gefangenen wurden – wie Zeugen dieses Kriegsverbrechens berichteten – gefoltert und extralegal hingerichtet.
In junge Welt vom 23.10.18 weiterlesen

Ein versprochener Putsch

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Ankara bereitet sich auf Kommunalwahlen vor: Masseninhaftierungen von Oppositionellen. Erdogan droht mit Absetzung von Bürgermeistern

Von Nick Brauns

In der Türkei ist eine neue Welle von Verhaftungen gegen kurdische und linke Politiker, Aktivisten und Journalisten angelaufen. In der Nacht zum Dienstag stürmten Antiterroreinheiten der Polizei in den Provinzen Diyarbakir, Van, Sirnak, Urfa, Batman, Mardin, Mersin, Adana und Istanbul 183 Wohnungen von Oppositionspolitikern und Journalisten. Nach Angaben von Innenminister Süleyman Soylu seien 151 Personen zur Festnahme ausgeschrieben. Rund 100 der Gesuchten wurden bislang festgenommen, darunter zahlreiche Mitglieder und Funktionäre der linken Demokratischen Partei der Völker (HDP) und ihrer in den kurdischen Landesteilen kommunalpolitisch tätigen Schwesterorganisation Partei der Demokratischen Regionen (DBP), des Frauenverbandes TJA, des Dachverbandes kurdischer Zivilorganisationen Demokratischer Gesellschaftskongress (DTK) sowie Journalisten der Nachrichtenagentur Mesopotamien.
In junge Welt vom 11.10.18 weiterlesen

Einen Monat weggesperrt

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Foto: Grafik: jW/Daniel Hager

Der Journalist und jW-Autor Max Zirngast sitzt seit dreißig Tagen ohne Anklage in türkischer Untersuchungshaft

Von Alp Kayserilioglu

Heute vor einem Monat, morgens um fünf Uhr, stürmten Einheiten der türkischen Antiterrorpolizei die Wohnung des österreichischen Journalisten, Aktivisten und jW-Autors Max Zirngast. Die Polizei nahm ihn ohne Angabe von Gründen in Gewahrsam, laut Anwesenden stand auf dem Durchsuchungsbefehl, ihm werde »Mitgliedschaft bei einer terroristischen Organisation« vorgeworfen. Mit Zirngast wurden auch die zwei türkischen linken Aktivisten Hatice Göz und Mithatcan Türetken festgenommen.

In junge Welt vom 11.10.18 weiterlesen

10.10. Kooperativen gegen Kapitalismus?

Berlin mauert

Tausende inhaftierte Islamisten in Nordsyrien. Kurdische Behörden fühlen sich mit Problem im Stich gelassen

Von Nick Brauns

In der nordsyrischen Region Deir Al-Sor läuft derzeit eine Offensive, um die letzten noch vom »Islamischen Staat« (IS) kontrollierten Dörfer und Kleinstädte östlich des Euphrat zu befreien. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDK) werden dabei von der US-geführten »Anti-IS-Koalition« mit Luftangriffen unterstützt. Indessen fühlt sich die Administration des unter SDK-Kontrolle stehenden Selbstverwaltungsgebietes, das rund ein Drittel des syrischen Territoriums umfasst, mit Tausenden inhaftierten ausländischen IS-Angehörigen im Stich gelassen. Denn nur syrische Staatsangehörige, nicht aber die ausländischen Kämpfer und ihre Familien, werden in Nordsyrien vor Gericht gestellt.

in junge Welt vom 4.10.18 weiterlesen

Erdogans Arbeitslager

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Tote und Verhaftungen: Ohne Rücksicht auf Beschäftigte wird der Bau des dritten Istanbuler Flughafens weiter vorangetrieben

Von Nick Brauns

Als »Ort, an dem Träume wahr werden«, bewirbt das Firmenkonsortium Istanbul Grand Airport AS (IGA) den dritten, im Bau befindlichen, Istanbuler Flughafen. Nach dem Willen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan soll der Airport mit sechs Landebahnen und einer Kapazität von 200 Millionen Reisenden pro Jahr bereits in weniger als einem Monat am 29. Oktober – dem 95. Jahrestag der Gründung der Türkischen Repu­blik – eröffnet werden. Für Zehntausende Arbeiter, die in einer Rekordzeit von nur viereinhalb Jahren dieses zentrale Prestigeprojekt der AKP-Regierung errichten, wird dagegen ein täglicher Alptraum wahr.
in junge Welt vom 2.10.18 weiterlesen

8.10. Die Zerstörung von Diyarbakir und das Schweigen der Unesco

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Wie ein Konflikt zur Gentrifizierung und demographischen Veränderung benutzt wird

Montag, 8. Oktober 2018 von 18:30 bis 20:30

Ehem. Rathaus Kreuzberg Yorckstr. 4-11, 1.OG., 1. Stock, Raum 1053

Ercan Ayboğa (Umweltingenieur, von 2015 bis 2017 in der Stadtverwaltung Diyarbakir) und Stephan Dömpke (Gründer und Vorsitzender von World Heritage Watch) berichten, wie Diyarbakir mit seiner Festung, Altstadt und den Hevselgärten zunächst 2015 in die UNESCO Weltkulturerbe-Stätten aufgenommen und wenige Monate später von der türkischen Regierung systematisch abgeriegelt und anschließend Schritt für Schritt zerstört wurde. Die systematische Zerstörung von Diyarbakir durch die eigene Regierung aus politischen Gründen ist in der Geschichte der UNESCO einmalig. Sie berichten, wie die anhaltenden Bemühungen bei der UNESCO trotz klarer Beweislage (Gespräche, ausführliche Berichte und Teilnahmen an den jährlichen Sitzungen) bisher zu nicht zu einem Stopp der laufenden Zerstörung und vor allem der Gentrifizierung führten und wie sie im Rahmen der UNESCO weiter dagegen vorgehen wollen.

Anmerkung: Diese Veranstaltung wird organisiert von der Bezirksverwaltung Friedrichshain-Kreuzberg Berlin und wird begleitend zur Ausstellung „Fotografie im Ausnahmezustand
Die Altstadt von Diyarbakir – Sûr – Wie ein UNESCO-Weltkulturerbe zerstört wird“ durchgeführt.