Archiv für April 2018

Bijî Yekê Gulanê – Es lebe der 1. Mai!

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Berlin 09.00 Uhr, Hackescher Markt 18.00 Uhr, Oranienplatz

Das Demokratische Gesellschaftszentrum für KurdInnen in Deutschland NAV-DEM ruft zum ArbeiterInnenkampftag 1. Mai auf.

Der 1. Mai als internationaler Kampftag der ArbeiterInnenklasse steht seit jeher im Zeichen der grenzenlosen internationalen Solidarität im globalen Kampf für eine freie, gerechte und gleichberechtigte Welt. Der 1. Mai steht dafür, die lokalen Kämpfe gegen Unterdrückung und Ausbeutung auf einer globalen Ebene zu vernetzen und die real existierenden, künstlich geschaffenen (National-) Grenzen, aber auch die in unseren Köpfen bestehenden Spaltungslinien, ein für alle Mal einzureißen. Der 1. Mai steht für eine kollektive Haltung der Menschen weltweit gegen die kriegerische und ausbeuterische Politik der Herrschenden.
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Globaler Aktionstag für Hasankeyf und Sur

Protest gegen die Zerstörung von Hasankeyf und Diyarbakir-Sur vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Am 28. April 2018 wurden in sieben Städten Nord-Kurdistans und der Türkei und in mehr als 20 Städten aus zehn Ländern Aktionen für die Verteidigung von Sûr und Hasankeyf am Tigris durchgeführt. Sie haben ein starkes Zeichen gegen die laufende Zerstörungen dieser beiden antiken und bewohnten Orte in Nord-Kurdistan (Südosten der Türkei) gesetzt. Beide Orte sind zu Synonymen der Repressionspolitik des türkischen Staates gegen Kultur, Natur und Menschen geworden.

28. April 2018 – Globaler Aktionstag – Stoppt die Zerstörung von Hasankeyf und Sûr!

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-> Protestaktion in Berlin am 28.4. von 14 bis 17 Uhr vor dem Brandenburger Tor

Hasankeyf und Sûr sind seit Jahrtausenden bewohnte Orte am Fluss Tigris im Südosten der Türkei. Seit Jahren sind diese historischen Orte in Obermesopotamien durch die AKP Regierung systematischen Zerstörungen ausgesetzt. Doch beide Orte sind auch zu Symbolen des Widerstandes sowohl gegen die ökologisch-soziale Zerstörung durch Mega-Investitionsprojekte als auch die seit 2015 laufende Kriegspolitik des türkischen Staates geworden.

Die seit 12.000 Jahren bewohnte Kleinstadt Hasankeyf mit ihren einzigartigen historischen Monumenten aus zahlreichen vergangenen Zivilisationen erfüllt neun von zehn Kriterien der UNESCO als Weltkulturerbe, doch die Türkei hat niemals einen Antrag auf Aufnahme in die UNESCO-Liste gestellt. Nun droht Hasankeyf aufgrund des Baus des Ilisu-Staudammes ebenso wie fast 200 Dörfer in einem gigantischen Stausee zu versinken. Das Ilisu Projekt ist eines der weltweit umstrittensten Staudämme und würde bei Stauung des Tigris 80.000 Menschen ihrer Lebensgrundlagen berauben. In den letzten 20 Jahren konnte das Projekt mehrfach durch den örtlichen und internationalen Widerstand gestoppt werden. Doch die türkische Regierung nahm immer wieder den Bau auf, weil sie Ilisu als ein strategisches Instrument für ökonomisch-politische Ziele betrachtet. Das Wasser des Tigris soll als Waffe zur Erpressung der Nachbarländer aber auch zur Unterdrückung des kurdischen Aufstandes im eigenen Land eingesetzt werden. Mit starker Militärpräsenz ist hat das Projekt heute fast sein Bauende erreicht. Internationale Firmen sind sowohl beim Staudammbau (vor allem Andritz aus Österreich) als auch bei der Versetzung von einigen der mehr als 300 Monumente aus Hasankeyf beteiligt.

Die Altstadt von Diyarbakir Sûr wird seit mindestens 7000 Jahren ununterbrochen besiedelt. Seit 2015 gehört die von den Stadtmauern umgebene Altstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Bevölkerung von Sûr ist sehr politisch und hat sich ab 2007 in rätedemokratischen Strukturen für kommunale Demokratie und Frauenbefreiung organisiert. Als die AKP-Regierung 2015 einseitig wieder den Krieg gegen die kurdische Bevölkerung lostrat, wurden Sûr und andere selbstorganisierte Städte brutal angegriffen und durch das Militär Verbrechen gegen die Menschheit begangen. Die größte physische Zerstörung von Sûr erfolgte aber nach Ende jeglicher bewaffneter Auseinandersetzungen ab März 2016. Seitdem wurden die Häuser von 25.000 zwangsvertriebenen Menschen komplett abgerissen. Die Zerstörung von Sûr geht bis heute ebenso weiter wie der Widerstand der Bevölkerung. gegen ihre Vertreibung.
Wir fordern Euch auf, euch solidarisch mit den vielen Menschen in Kurdistan und der Türkei zu zeigen, die gegen die Zerstörung von Hasankeyf und Sûr kämpfen. Die Rettung beider Orte ist noch möglich und kann Hoffnung gegen weitere kulturell-sozial-ökologische Zerstörung geben und die Friedensperspektive wieder stärker werden lassen.

Initiative zur Rettung von Hasankeyf – Berlin

Mit Teddy für Afrin

Solidarität mit dem kurdischen Freiheitskampf im Mittelpunk von Gedenkveranstaltungen für den Kommunisten Ernst Thälmann

REWŞAN DENIZ/BERLIN

Bei zwei Kundgebungen anlässlich des 132. Geburtstages des Revolutionärs Ernst Thälmann in Berlin und Königs Wusterhausen stand am Wochenende die Solidarität mit dem kurdischen Freiheitskampf im Mittelpunkt. Redner zogen dabei Parallelen vom Kampf der Kommunisten in der Weimarer Republik zur Unterstützung der chinesischen Revolutionmit der Solidarität mit Afrin heute. Denn so, wie heute die türkische Armee mit deutschen Waffen hochgerüstet wird, so wurde in den 30er Jahren die japanische Armee bei ihrem Einmarsch in das revolutionäre China über Deutschland mit Waffen versorgt.

In Yeni Özgür Politika weiterlesen

21./22.4. Kurdistan-Solidarität bei Thälmann-Ehrungen

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Das Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin beteiligt sich an den Ehrungen anlässlich des 132. Geburtstages des Revolutionärs Ernst Thälmann

Samstag, 21. April 2018, Kundgebung um 14 Uhr Vor dem Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin (Ernst-Thälmann-Park, Greifswalder Str.)

Redner:

Nick Brauns (Historiker, Journalist, Vertreter des Solidaritätskomitee Kurdistan, Berlin)

Max Renkl (Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ e. V., Ziegenhals)

Sonntag, 22. April 2018 Beginn: 11:30 Uhr Kundgebung vor dem Gelände der zertrümmerten und zerstörten Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals (Seestr. 27, Ziegenhals-Niederlehme)

Redner:

Dieter Ilius (Vertreter des Solidaritätskomitee Kurdistan, Berlin)

Max Renkl (Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ e. V., Ziegenhals)

Musik: RotFuchs Singegruppe

Veranstalter: Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“, Ziegenhals

»Weder Putin noch Trump sollten in Syrien etwas zu sagen haben«

Gespräch mit Nilüfer Koc. Über die türkische Besatzung in Afrin, die Achse Moskau–Ankara–Teheran und die Rolle der USA in Syrien

Interview: Peter Schaber

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Nilüfer Koc ist Kovorsitzende des Kongra Netewiya Kurdistan (Nationalkongress Kurdistan, KNK), eines internationalen Zusammenschlusses kurdischer Parteien, Organisationen und Einzelpersonen. Sitz des Dachverbandes ist Brüssel

Wie stellt sich die aktuelle Situation im nordsyrischen, von der Türkei besetzten Kanton Afrin dar?

Die meisten Zivilisten sind am 17. März in benachbarte arabische Regionen evakuiert worden. In der Stadt befinden sich aber noch ungefähr 30.000 Bewohner. Verwaltet wird Afrin derzeit von dschihadistischen Milizen und türkischen Militärs. Auf den Gebäuden jener Institutionen, die vorher die Selbstverwaltung des Kantons ausmachten, wurden überall türkische Flaggen gehisst. Jetzt will Ankara einen »Rat« zusammenstellen, der dann Afrin regieren soll. Er soll aus jenen Kurden und Arabern bestehen, die bereits seit Jahren zur syrischen Opposition gehören, die in Istanbul ihre Zentrale hatte. Wie der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli vergangene Woche betonte, soll dieser »Rat« dann Afrin übernehmen – es soll also eine dauerhafte Besatzung geschaffen werden wie etwa seit 1974 auf Zypern.

In junge Welt vom 14.4.18 weiterlesen

13.April: Demo im Wedding: Jugend gegen Faschismus! – Solidarität mit Afrin!

Internationalistische & antifaschistische Jugend-Demo:
Fr, 13.04.2018 | 18:00 Uhr | S/U-Bahnhof Wedding (Wedding)

Aufrufer*innen: Feministische Kampagne: Gemeinsam kämpfen!, Berlin Leftist Youth (BLY), North-East Antifascists [NEA], Radikale Linke Berlin & Antifaschistische Linke Jugend [ALJ]

Im kurdischen Kanton Afrin wie auch im Rest Rojavas, wurde in den letzten Jahren trotz des Krieges sowie unter andauernder Bedrohung durch Nationalisten und Islamisten eine basisdemokratische und emanzipatorische Gesellschaft aufgebaut.
Dieses Projekt wird von der türkischen Regierung von Anfang an als Bedrohung für ihren faschistoiden Kurs in der Region gesehen.
In Zeiten, in denen die Verteidigungseinheiten der YPJ/YPG große Erfolge gegen den IS zu verzeichnen hatten sowie viele Gebiete zurück gewannen, hat sich der faschistische Staat der Türkei dazu entschieden reaktionäre Strukturen hochzurüsten, damit diese die progessiven Enwicklungen in den kurdischen Gebieten bekämpfen. Höhepunkt dieser Entwicklung stellt nun der Angriffskrieg der Türkei gegen den Kanton Afrin dar, welcher ebenfalls einen Angriffskrieg auf die Idee einer befreiten Gesellschaft in den kurdischen Territorien ist.
Währenddessen werden in der Bundesrepublik Deutschland Mitglieder und Freund*innen der kurdischen Freiheitsbewegung kriminalisiert. KCK und PKK werden als angebliche Terroristen verfolgt, der Bestand des kurdischen Mezopotamien-Verlages beschlagnahmt und der NATO-Partner Türkei wird weiter mit deutschen Waffen ausgerüstet. Der deutsche Staat ergreift dadurch eine klare Partei in diesem Konflikt.
UN und NGOs schweigen sich aus und machen sich so zu stillen Mittätern. Es ist sowohl an den Leuten vor Ort als auch an Aktivist*innen auf der ganzen Welt, sich Invasion, Waffenexporten und Faschismus entgegenzustellen. Die internationale Solidarität mit Afrin spielt hier eine entscheidende Rolle. Nicht nur das Sammeln von Spenden für die dort Kämpfenden, sondern auch unser Protest auf der Straße zeigt den Menschen vor Ort und im kurdischen Teil der Türkei, in dem Proteste gewaltsam unterdrückt werden, dass die Berge nicht ihre einzigen Freunde sind.
Diese Proteste auf die Straße zu tragen ist auch gerade die Aufgabe der Jugend. Denn wir sind es, die, häufig ungehört, die Zukunft der gesellschaftlichen Entwicklung darstellen.

Darum rufen wir euch auf, gemeinsam und entschlossen am 13. April mit uns auf die Straßen zu gehen.
Kampf dem Faschismus – Afrin verteidigen!

10.4. Rojava verteidigen!

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Dienstag | 10. April 2018 | 19 Uhr | Bandito Rosso | Lottumstraße 10a

Rojava besteht aus den Kantonen Afrîn, Kobanê und Cizîrê und liegt im Norden des Staates Syrien. Dort wird seit Jahren eine demokratische Selbstverwaltung aufgebaut und die Frauen*befreiung vorangetrieben. Dieses fortschrittliche Projekt wird von allen Seiten angegriffen und bedroht. Das türkische Regime unter Erdogan will die autonome Selbstverwaltung von Rojava zerstören. Die BRD unterstützt die Türkei dabei mit Waffenlieferungen, politischer Rückendeckung und verstärkter Repression gegen die kurdische Bewegung in der BRD. Deutsche Leopard-2-Panzer und Gewehre von Heckler & Koch wurden beim türkischen Angriffskrieg gegen Afrin eingesetzt. Durch die Öffnung des Luftraumes hat Russland der Türkei den Einmarsch in Nordsyrien und die Durchführung der Luftangriffe ermöglicht. Die USA und Russland tolerieren die Kriegspolitik der Türkei. Auf Seiten der türkischen Nato-Armee kämpfen tausende radikale Jihadisten aus dem Umfeld von Al-Qaida sowie faschistische Graue Wölfe unter der Fahne der Freien Syrischen Armee (FSA). Wir haben den Journalisten und Historiker Nick Brauns eingeladen, um über die aktuelle Situation in Rojava, den Krieg der Türkei gegen die kurdische Freiheitsbewegung und die Rolle der imperialistischen Staaten zu sprechen.

Perspektive Tresen der Revolutionären Perspektive Berlin

_Ein international unterstützter Besatzungskrieg im 21. Jahrhundert

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Songül Karabulut, Mitarbeiterin des „Information Center of Afrin Resistance“, 02.04.2018

Der türkische Staat erklärte am 20. Januar 2018 offiziell den Beginn des Krieges gegen Afrin. Als Grund wurde aufgeführt, dass die Grenzsicherheit der Türkei durch die YGP/YPJ bedroht wäre. Sie untermauerte ihre Anschuldigung mit angeblich 700 Angriffen, die aus Afrin in die Türkei erfolgt sein sollen. Die BBC ging dieser Behauptung nach und untersuchte die genannten Fälle mit dem Ergebnis; dass 674 vorgegebene Angriffe überhaupt nicht existieren, also erlogen sind; dass lediglich 26 Vorfälle zu verzeichnen waren, von denen wiederum nur 15 aus Afrin kamen und die Urheber dieser, aber nicht klar zugeordnet werden können.1

So richtig geglaubt wurde diesem Vorwand der Türkei ohnehin nicht. Aber welches Ziel die Türkei mit diesem Krieg verfolgt, darüber gab es unterschiedliche Ansichten.

Wenn wir uns jetzt die vergangenen zwei Monate anschauen, können wir klar benennen um was für einen Krieg es sich hierbei handelt: der türkische Staat führt gegen Afrin einen Besatzungskrieg.

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