Wachablösung in Sengal

Nach türkischen Kriegsdrohungen übergibt PKK Kontrolle über jesidische Region an Bagdad

Von Nick Brauns

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Denkmal am Fuße des Sengal für die bei der Befreiung und Verteidigung 2014 gefallenen Kämpfer der PKK und YBS. Am 10. April 2017 aufgenommen, zwei Wochen später wurde es durch türkische Bomben zerstört
Foto: Willi Effenberger

Die irakische Armee ist am Sonntag in den Westen der nordirakischen Region Sengal (Sindschar) eingerückt und hat die volle Kontrolle über die syrisch-irakische Grenze übernommen. Diese Siedlungsgebiete der religiösen Minderheit der Jesiden standen zuvor unter Kontrolle der Guerilla der Arbeiterpartei Kurdistans PKK, die am Freitag überraschend den Abzug ihrer Kämpfer angekündigt hatte. Die PKK ist seit dem Sommer 2014 in Sengal. Ihre Guerilla brachte damals gemeinsam mit den Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG/YPJ Zehntausende Jesiden durch einen Fluchtkorridor vor Angriffen des »Islamischen Staates« (IS) aus Nordsyrien ins Landesinnere in Sicherheit. »Die Guerilla hat auf dem Sengal interveniert, um die jesidische Bevölkerung vor einem Genozid zu retten. Mit dem Erreichen des Ziels von Frieden und Sicherheit auf dem Sengal wird die Guerilla von dort abgezogen«, hatte die Union der Gemeinschaften Kurdistans KCK als Dachorganisation der PKK ihren Abzug erklärt. Die Jesiden könnten nun als organisierte Gesellschaft selbst für ihre Sicherheit und die Verteidigung von Sengal sorgen.
in junge Welt vom 27.3.2018 weiterlesen


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