Gemeinsam gegen Ankara

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Kräfte der syrischen Regierung treffen in Afrin ein

Von Nick Brauns

Der syrischen Regierung treue Milizen sind am Dienstag in den seit über einen Monat von der türkischen Armee und mit ihr verbündeten Dschihadisten angegriffenen selbstverwalteten Kanton Afrin im Nordwesten des Landes eingerückt. Nach Angaben staatlicher syrischer Medien wurde der Konvoi bei seiner Fahrt durch Afrin von der türkischen Armee bombardiert. Nach unbestätigten Angaben wurden dabei zwei Regierungsanhänger getötet und fünf weitere verletzt.

Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und den Selbstverwaltungsbehörden von Afrin über die Stationierung syrischer Truppen liefen bereits seit vergangener Woche. Zum nunmehrigen Einrücken der Miliz erklärte der Sprecher der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG, Nouri Mahmud, am Dienstag, die Regierung in Damaskus komme endlich ihrer Pflicht nach, sich an der Verteidigung von Afrin zu beteiligen. Aufgabe der Regierungskräfte sei der Schutz der Grenzen und die Verteidigung der Einheit Syriens.
Das syrische Staatsfernsehen zeigte einen Konvoi von rund 20 Fahrzeugen mit schweren Maschinengewehren, auf denen Kämpfer syrische Staatsfahnen schwenkten und Parolen zugunsten der Regierung von Präsident Baschar Al-Assad riefen. Bei den nun in Afrin eingetroffenen Kräften handelt es sich nicht um Verbände der Syrisch-Arabischen Armee, sondern um Kämpfer der Nationalen Verteidigungskräfte (NVK) aus den nahe Afrin gelegenen Städten Nubl und Zahra. Zu diesen von Angehörigen der schiitischen Glaubensgemeinschaft bewohnten Orten besteht in Afrin traditionell ein gutes Verhältnis. So hatten die YPG während der fast vierjährigen Belagerung der beiden Städte durch die Dschihadisten der Al-Nusra-Front einen Versorgungskorridor nach Afrin offengehalten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Dienstag angekündigt, die türkische Armee werde in den kommenden Tagen eine Belagerung über die gleichnamige Hauptstadt des Kantons Afrin verhängen, um zu verhindern, dass die YPG Verstärkung durch syrische Regierungstruppen erhalten.

aus: junge Welt vom 21.2.18


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