Archiv für Februar 2018

Aufruf zur Freilassung von Salih Muslim

f

Pressemitteilung von der Vertretung der demokratischen Selbstverwaltung in Rojava und Nordsyrien, 25.02.2018

Gestern Nacht wurde Salih Muslim, der ehemalige Ko-Vorsitzende der PYD (Partei der demokratischen Einheit) und heutige Verantwortliche für Außenbeziehungen der Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft (TEV-DEM), nach Angaben der tschechischen Polizei aufgrund einer Forderung der Türkei in seinem Hotelzimmer in Prag festgenommen. In der Polizeierklärung heißt es, Ankara sei über die Festnahme informiert worden und Salih Muslim werde der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Wir verurteilen diese Festnahme aufs Schärfste und werten es als ein weiteres Produkt der schmutzigen Deals von Diktator Erdogan mit europäischen Staaten, welche jegliche Menschenrechte mit den Füßen treten.
Bei Civaka Azad weiterlesen

PYD-Politiker Saleh Muslim festgenommen

f

Der frühere Vorsitzende der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) , Saleh Muslim, ist am Samstag in der tschechischen Hauptstadt Prag aufgrund eines türkischen Haftbefehls festgenommen worden. Vor zwei Wochen hatte die Regierung in Ankara den kurdischen Politiker auf ihre Liste meistgesuchter »Terroristen« gesetzt und ein Kopfgeld von rund einer Million Euro auf seine Ergreifung ausgesetzt. Muslim, der für die internationalen Beziehungen der Selbstverwaltungsbewegung Tev-Dem verantwortlich ist, wollte an einer Konferenz in Prag teilnehmen. Dort erfolgte in einem Hotel die Festnahme, nachdem türkische Medien offenbar vom Geheimdienst aufgenommene Bilder Muslims verbreitet hatten.

Ergebnisse des Widerstands in Afrin, zerstörte Gleichgewichte und mögliche Entwicklungen

g

Der Journalist Seyit Evran zu den Hintergründen des türkischen Angriffs auf Afrin und den weitreichenden politischen Folgen des Widerstandes in Afrin; 25.02.2018

Jüngst wurde der Plan entworfen, der seit 33 Tagen zu dem historischen Widerstand in Afrin führt. Dem Plan Russlands und der Türkei zufolge sollte Afrin in einer Woche fallen. Doch Afrin ist nicht gefallen. Der Widerstand in Afrin hat einen neuen Prozess eingeleitet, indem er die Pläne ´Afrin werde besetzt werden´ zunichte gemacht hat. Die USA, Russland und der Iran, aber auch weitere internationale und regionale Mächte werden nun aufgrund dieser Entwicklungen neue Bündnisse und Gleichgewichte suchen. Akteure, die dies nicht tun, werden im Rahmen dieser veränderten Bedingungen in Syrien an Einfluss verlieren.
Auf Civaka Azad-Seite weiterlesen

3.März: Großdemo „Frieden für Afrin“

f

12 Uhr Alexanderplatz (Neptunbrunnen) Berlin

Aufruf zur bundesweiten Großdemonstration in Berlin am 3. März 2018

Gemeinsam gegen die türkischen Angriffe auf Afrin!

Seit dem 20. Januar 2018 greift das türkische Militär gemeinsam mit salafistischen bzw. dschihadistischen Gruppierungen das Gebiet Afrin in Rojava/Nordsyrien an. KurdInnen muslimischen, alevitischen und ezidischen Glaubens stellen die Bevölkerungsmehrheit Afrins. Darüber hinaus ist es Heimat christlicher AssyrerInnen und syrischer AraberInnen sowie vereinzelt ArmenierInnen. Die Stadt Afrin mit ihren umliegenden Dörfern im äußersten Nordwesten Syriens konnte seit Beginn des Kriegs trotz wiederholter Angriffe durch die Nusra-Front, den Islamischen Staat (IS) oder andere islamistische Gruppen sowie das türkische Militär relative Stabilität und den Frieden bewahren. Mehr noch wurde Afrin v.a. ab 2015 für Hunderttausende Binnenflüchtlinge aus Aleppo und den umliegenden Gebieten trotz Embargo und Isolation ein sicherer Hafen. Bis jetzt. Denn die türkische Armee und verbündete Salafisten bzw. Dschihadisten unter dem Label der Freien Syrischen Armee (FSA) greifen momentan nicht nur Flüchtlinge gezielt an, sondern verursachen auch neue Fluchtbewegungen.
Auf der Website „Frieden für Afrin“ weiterlesen

25.2.: Demo für Afrin

f

Auftakt 15 Uhr Brandenburger Tor zum Hackeschen Markt

»Wir sind eins«

f

Bilder von Abdullah Öcalan und Assad bei Ankunft syrischer Regierungstruppen in Afrin

Erdogan zeigt sich von Ankunft syrischer Regierungstruppen unbeeindruckt und setzt Angriffe auf Afrin fort

Von Nick Brauns

Nach einem Angriff der türkischen Armee auf einen Konvoi mit Kämpfern einer loyal zur Regierung in Damaskus stehenden Miliz zeichnet sich im Norden Syriens eine erneute Zuspitzung des Vielfrontenkrieges ab. Der Konvoi war auf dem Weg in den seit über einem Monat von der türkischen Armee angegriffenen Selbstverwaltungskanton Afrin, als er von einer türkischen Drohne und Artillerie beschossen wurde. Zwei Milizionäre wurden dabei getötet und drei weitere verletzt.
In junge Welt vom 22.2.18 weiterlesen

Internationalistisches Afrin-Widerstandskomitee Berlin gegründet

In Berlin hat sich ein internationalistisches Bündnis gegründet, um Solidaritätsaktionen für Efrîn in der Bundeshauptstadt besser zu koordinieren.

f

In Berlin kamen gestern zahlreiche Gruppen zusammen, um gemeinsame Aktionen zur Verteidigung Efrîns zu planen. Alle Anwesenden verurteilten im Namen ihrer Gruppen die türkische Militärinvasion in dem nordsyrischen Kanton und erklärten, dass die Angriffe auf Efrîn als Angriffe auf alle demokratischen Kräfte weltweit zu verstehen seien.

Am Ende des Treffens beschlossen die teilnehmenden Gruppen, künftig als ‚Internationalistisches Afrin-Widerstandskomitee Berlin‘ zu handeln. Bis zum Ende des Krieges gegen Efrîn wird das Widerstandskomitee zu wöchentlichen Sitzungen zusammentreffen und Protestaktionen koordinieren. „Das neu gegründete Widerstandskomitee grüßt die YPG, YPJ, SDF und alle weiteren Kräfte, die derzeit erfolgreichen Widerstand gegen die türkische Besatzungsarmee und ihre islamistischen Verbündeten leisten“, heißt es in einer Erklärung.

Das ‚Internationalistische Afrin-Widerstandskomitee Berlin‘ versteht sich nach eigenen Angaben „ausdrücklich als offenes Treffen für alle demokratischen Kräfte in Berlin“. Dementsprechend sollen in der kommenden Zeit weitere Gruppen in Berlin angesprochen und zur Mitarbeit eingeladen werden. „Alle demokratischen Kräfte Berlins sind dazu aufgerufen, in der Bundeshauptstadt schnell, dauerhaft und umfangreich Initiative für die Verteidigung Afrins zu ergreifen“, so das Komitee.

ANF 21.2.2018

Gemeinsam gegen Ankara

g

Kräfte der syrischen Regierung treffen in Afrin ein

Von Nick Brauns

Der syrischen Regierung treue Milizen sind am Dienstag in den seit über einen Monat von der türkischen Armee und mit ihr verbündeten Dschihadisten angegriffenen selbstverwalteten Kanton Afrin im Nordwesten des Landes eingerückt. Nach Angaben staatlicher syrischer Medien wurde der Konvoi bei seiner Fahrt durch Afrin von der türkischen Armee bombardiert. Nach unbestätigten Angaben wurden dabei zwei Regierungsanhänger getötet und fünf weitere verletzt.

Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und den Selbstverwaltungsbehörden von Afrin über die Stationierung syrischer Truppen liefen bereits seit vergangener Woche. Zum nunmehrigen Einrücken der Miliz erklärte der Sprecher der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG, Nouri Mahmud, am Dienstag, die Regierung in Damaskus komme endlich ihrer Pflicht nach, sich an der Verteidigung von Afrin zu beteiligen. Aufgabe der Regierungskräfte sei der Schutz der Grenzen und die Verteidigung der Einheit Syriens.
Das syrische Staatsfernsehen zeigte einen Konvoi von rund 20 Fahrzeugen mit schweren Maschinengewehren, auf denen Kämpfer syrische Staatsfahnen schwenkten und Parolen zugunsten der Regierung von Präsident Baschar Al-Assad riefen. Bei den nun in Afrin eingetroffenen Kräften handelt es sich nicht um Verbände der Syrisch-Arabischen Armee, sondern um Kämpfer der Nationalen Verteidigungskräfte (NVK) aus den nahe Afrin gelegenen Städten Nubl und Zahra. Zu diesen von Angehörigen der schiitischen Glaubensgemeinschaft bewohnten Orten besteht in Afrin traditionell ein gutes Verhältnis. So hatten die YPG während der fast vierjährigen Belagerung der beiden Städte durch die Dschihadisten der Al-Nusra-Front einen Versorgungskorridor nach Afrin offengehalten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Dienstag angekündigt, die türkische Armee werde in den kommenden Tagen eine Belagerung über die gleichnamige Hauptstadt des Kantons Afrin verhängen, um zu verhindern, dass die YPG Verstärkung durch syrische Regierungstruppen erhalten.

aus: junge Welt vom 21.2.18

Von Kobanê bis Afrin: No pasarán – Sie kommen nicht durch!

b

Von Toros Sarian

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum die neo-osmanischen Träume der AKP Regierung letztendlich in Afrin zerplatzen werden. Wie amateurhaft die türkische Regierung einen Krieg führt, wird bereits daran deutlich, dass Ankara viele Wochen vor der Invasion lautstark ihre militärischen Absicht gegen die von der YPG/YPJ kontrollierten Gebiete in Nord-Syrien angekündigt hat.

In Yeni Özgür Politika weiterlesen

Feminismus bleibt antirassistisch!

f
Rechter Frauenmarsch durch Berlin-Kreuzberg erfolgreich blockiert.

Nick BRAUNS

Ein rassistischer Aufmarsch von AfD-und Pegida-Anhängern und Neonazis mitten durch den multikulturellen Stadtteil Berlin-Kreuzberg wurde am Samstag erfolgreich von Antifaschisten blockiert. Der rechtsextreme Aufmarsch firmierte offiziell als „Marsch der Frauen“. Doch handelte es sich um alles andere als eine feministische Demonstration. Vielmehr richtete sich der Protest gegen „die Flüchtlingspolitik der Altparteien“, durch die nach Ansicht der Organisatoren des Marsches „die Freiheit der deutschen Frau mehr und mehr eingeschränkt“ werde. „Wir sind hier in Deutschland im 21. Jahrhundert, es darf keinen Rückfall ins Mittelalter und schleichenden Einführung der Scharia geben“, hieß es auf der Facebook-Seite des Marsches. Anmelderin des „Frauenmarsches“ war die kurdischstämmige AfD-Politikerin Leyla Bilge.
In Yeni Özgür Politika weiterlesen