Ankara gab Mordbefehl

Gedenken an in Paris getötete Kurdinnen: PKK legt Dokumente über Verwicklung des türkischen Geheimdienstes vor
Von Nick Brauns

null

Die beiden im August gefangengenommenen türkischen MIT-Agenten auf einem von der PKK verbreiteten Foto
Foto: ANF

Menschen aus ganz Europa werden am Samstag in Paris zu einer Großdemonstration zusammenkommen, um Gerechtigkeit für drei vor fünf Jahren ermordete kurdische Politikerinnen zu fordern. Die Mitbegründerin der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Sakine Cansiz, die Diplomatin Fidan Dogan und sowie Leyla Saylemez, eine Aktivistin der kurdischen Jugendbewegung, waren am 9. Januar 2013 in den Räumen des Pariser Kurdistan-Informationsbüros erschossen worden.

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft ging in der Anklageschrift von einer Tatbeteiligung des türkischen Geheimdienstes MIT aus. Doch der Prozess wurde so lange verschleppt, bis der mutmaßliche Mörder Ömer Güney, ein in die kurdischen Strukturen eingeschleuster Anhänger der faschistischen türkischen »Grauen Wölfe«, wenige Wochen vor dem für Januar 2017 angesetzten Prozesstermin in der Untersuchungshaft verstarb. Das fortgesetzte Schweigen des französischen Staates komme einer Mittäterschaft gleich, beklagt daher die kurdische Frauenbewegung in Frankreich.
In junge Welt vom 6.1.18 weiterlesen


0 Antworten auf „Ankara gab Mordbefehl“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


sechs × = vierundfünzig