Der eigenen Kraft vertrauen

Im nordirakischen Sengal wird eine jesidische Selbstverwaltung aufgebaut. Doch die muss weiter geschützt werden

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(Bild: Willi Effenberger)

Von Karl Plumba

Im Norden des Irak, auf dem Gebiet der Kurdischen Autonomieregion (KRG) liegt das Sengal-Gebirge (Sindschar-Gebirge). Die Berge und ihr Umland sind seit Jahrtausenden das Siedlungsgebiet der Jesiden, einer religiösen Minderheit, die seit jeher wegen ihres Glaubens verfolgt wird.

Als sich 2014 die Terrororganisation »Islamischer Staat« über fast den gesamten Irak auszubreiten begann und die Großstadt Mossul über Nacht einnahm, war ihr nächstes Ziel der Distrikt Sengal. In der Ideologie des IS gelten die Jesiden als »Teufelsanbeter«, die umgebracht werden müssen. Ursprünglich waren in der Region 12.000 Peschmerga der KRG-Regierung stationiert. Doch angesichts des Vormarsches der Dschihadisten zogen sie im August 2014 über Nacht mit all ihren Waffen ab und überließen die schutzlose Bevölkerung den Mörderbanden des IS. Tausende Menschen wurden umgebracht, Frauen und Mädchen verschleppt, vergewaltigt und in die Sklaverei verkauft. Wer entkam, floh entweder nach Europa, in die KRG oder in die schutzbietenden Berge des Sengals.
in junge Welt vom 17.6.17 weiterlesen


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