»Newroz ist als Fest gegen die Diktatur wichtig«

Deutsche Delegation besucht kurdisches Neujahrsfest im Osten der Türkei. Opposition ist Willkür ausgeliefert. Gespräch mit Heike Geisweid
Interview: Gitta Düperthal
Heike Geisweid ist Rechtsanwältin in Bochum

Mit einer Delegation von 16 Anwälten, Wissenschaftlern, Studierenden und anderen Aktivisten sind Sie nach Van im Osten der Türkei, nahe der iranischen Grenze, gefahren und haben an der kurdischen Newroz-Feier am Dienstag teilgenommen. Das Fest steht für Auflehnung gegen Tyrannei – wofür es aktuell Anlass gibt. Wie ist die Situation dort?

Wir sind seit fünf Tagen hier, um mit verschiedenen Oppositionsparteien und –initiativen zu reden, unter anderem mit der Demokratischen Partei der Völker, HDP, dem kurdisch-türkischen Menschenrechtsverein IHD und Gewerkschaften. Viele oppositionelle Organisationen existieren gar nicht mehr: Frauen- und Anwaltsvereine sowie Presseagenturen sind verboten worden. Trotz vieler Repressionen wurde das Newroz-Fest hier in Van als Fest des Widerstands kämpferisch und fröhlich begangen – obgleich es sehr kurzfristig zuvor überhaupt genehmigt worden war und nur etwa fünf Kilometer außerhalb von der Stadt stattfinden konnte. Busunternehmer seien zuvor unter Druck gesetzt worden, niemanden dorthin zu transportieren, wurde uns berichtet. Beim Fest gab es viele bewaffnete Polizisten, Ausweiskontrollen und strenge Auflagen. Menschen mit Kleidung in den kurdischen Farben rot, gelb und grün durften die Polizeikontrollen nicht passieren. Fahnen oder Tücher in den Farben konnten auf das Festgelände nur geschmuggelt werden.
In junge Welt vom 22.3.17 weiterlesen


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