Waffenbrüder trotz Verstimmung

Gabriel rügt Ankara für Nazivergleiche, Rheinmetall buhlt um Aufträge

Von Claudia Wangerin

Was gesagt werden darf, ist zur Zeit in den deutsch-türkischen Beziehungen wichtiger als harte Fakten, die etwa durch Rüstungsdeals geschaffen werden. »Vorwürfe wie in den letzten Tagen dürfen sich nicht wiederholen«, sagte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch nach einem Gespräch mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu in Berlin. Der Anlass ist wohlbekannt: »Eure Methoden unterscheiden sich nicht von den früheren Nazimethoden«, hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vor einigen Tagen erklärt, nachdem Mitgliedern seinen Kabinetts keine Räume für Werbeauftritte in deutschen Städten zur Verfügung gestellt worden waren. Entschieden hatten dies Kommunalpolitiker in Gaggenau und Köln-Porz – die Bundesregierung hatte sich zumindest offiziell herausgehalten. Für Gabriel hörte beim Nazivergleich der Spaß auf: »Es gibt Grenzen, die man nicht überschreiten darf«, sagte er am Mittwoch laut Nachrichtenagentur dpa. Das Gespräch mit Cavusoglu wertete er aber als »gut« und »ehrlich«, wenn auch als »hart und kontrovers« in der Sache. »In unserer Begegnung ist es so gewesen, dass wir über alle schwierigen Themen gesprochen haben«, so Gabriel. Dazu gehörten Fragen in Zusammenhang mit dem türkischen Referendum über ein Präsidialsystem und die Werbeauftritte für ein »Ja« der Deutschtürken ebenso wie die Inhaftierung des Welt-Reporters Deniz Yücel in der Türkei.
Weiterlesen in junge Welt vom 9.3.17


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