Erdogans Angst

Aus: Feminismus, Beilage der jW vom 08.03.2017

f

In der Türkei trifft die Repression die kurdische Frauenbewegung mit besonderer Härte

Von Ulla Jelpke

Ulla Jelpke ist langjährige Abgeordnete der Linksfraktion im Bundestag. Von 2003 bis 2005 leitete sie das Inlandsressort der jungen Welt.

Bereits in der autonomen Frauenbewegung der 70er Jahre aktiv, engagiert sie sich bis heute für die Rechte der Frauen.
Ausgerechnet von den als besonders rückständig geltenden kurdischen Landesteilen im Südosten der Türkei ging in den letzten Jahren ein für den Mittleren Osten beispielloser Aufbruch der Frauenbewegung aus. Dies spiegelte sich in den politischen Strukturen der Region wider. So wurden bereits bei den Bürgermeisterwahlen 2009 in Kurdistan mehr Frauen an die Spitze von Städten gewählt als in der ganzen übrigen Türkei. Nach den Kommunalwahlen im Frühjahr 2014 galt in den mehr als 100 Städten und Kommunen, die von der linken kurdischen Demokratischen Partei der Kommunen (DBP) regiert wurden, sogar die Regel einer Kobürgermeisterschaft aus jeweils einem Mann und einer Frau. Auch alle Ausschüsse der Stadtverwaltungen sowie die in vielen Städten geschaffenen Volksräte auf Straßen- oder Bezirksebene wurden jeweils von einer Doppelspitze geleitet. Darüber hinaus ist für die Räte eine Frauenquote von 40 Prozent vorgeschrieben. In allen DBP-Kommunen wurde zudem ein nur mit weiblichen Mitgliedern besetztes Referat eingerichtet, das über alle Frauen betreffenden Angelegenheiten bestimmt.
in junge Welt weiterlesen


0 Antworten auf „Erdogans Angst“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


neun × = neun