Falsche Verbündete

Vor 55 Jahren begann der kurdische Aufstand von Mulla Mustafa Barsani im Irak. Er endete 1975 mit dem Verrat der USA

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Mustafa Barsani (1903–1979) gilt heute in der kurdischen Autonomieregion im Irak als nationaler Held – hier auf Teppichen

Von Nick Brauns

Im Juli 1958 stürzte eine Gruppe fortschrittlicher Offiziere unter Führung von General Abd Al-Karim Qasim die Monarchie im Irak. Der Umsturz ließ unter der kurdischen Minderheit des mehrheitlich arabischen Landes die Hoffnung auf Gleichberechtigung aufkommen. So erklärte eine neue Verfassung Kurden und Araber zu Partnern. Die Demokratische Partei Kurdistans (KDP) wurde legalisiert und deren Führer Mulla Mustafa Barsani durfte aus dem Moskauer Exil zurückkehren. Zusammen mit der kommunistischen Partei wurde die KDP zur wichtigsten Stütze der republikanischen Regierung unter Qasim.

Doch der unter dem Druck der Panarabisten stehende Qasim zögerte ein versprochenes Autonomiestatut für die kurdischen Siedlungsgebiete heraus. Insbesondere wollte Qasim die Stadt Kirkuk mit ihren riesigen Ölfeldern nicht den Kurden überlassen. Vor diesem Hintergrund setzte sich innerhalb der KDP 1959 ein rechter Flügel durch, der einer weiteren Kooperation mit Qasim ablehnend gegenüberstand und sozialistische Elemente aus dem Parteiprogramm strich.
Artikel aus der junge Welt vom 10.9.16 auf www.raeterepublik.de weiterlesen


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