Archiv für Juni 2016

Jenseits der roten Linie

Arabisch-kurdische Rebellenallianz hat nordsyrische IS-Hochburg Manbidsch eingekesselt. Türkei droht mit Eingreifen, US-Soldaten fungieren als »Schutzschilde«

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Von Nick Brauns

Der Belagerungsring um die seit 2014 von der Terrororganisation »Islamischer Staat« (IS) kontrollierte nordsyrische Stadt Manbidsch ist seit dem Wochenende geschlossen. Der Angriff der Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF), einer von den USA unterstützten Rebellenkoalition aus den kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG sowie arabischen und assyrischen Milizen, auf die westlich des Euphrat gelegene Stadt hatte vor zwei Wochen begonnen. Die gleichzeitig angelaufene SDF-Operation zur Befreiung des Nordens der »Hauptstadt« des IS, Rakka, diente damit dem Etappenziel, die Nachschublinien der Terrormiliz in Richtung Manbidsch zu kappen. Durch den erfolgreichen Vorstoß bei Manbidsch wird nun auch der Verbindungsweg zwischen Rakka und der als Tor des IS in die Türkei dienenden Grenzstadt Dscharabulus abgeschnitten.
in junge Welt vom 15. Juni 2016 weiterlesen

Bomben gegen den Terror

Dutzende türkische Soldaten und Polizisten sterben bei bewaffneten Angriffen ­türkischer und kurdischer Gruppen

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Von Peter Schaber

In den vergangenen Tagen erschütterte eine Serie von Anschlägen die Türkei: Am 7. Juni detonierte in der Nähe eines Polizeibusses in Istanbul ein mit Sprengstoff beladenes Auto, sechs Mitglieder der Repressionsbehörden und fünf Zivilisten starben. Zu der Aktion bekannten sich die Freiheitsfalken Kurdistans (Teyrebazen Azadiya Kurdistan, TAK), eine klandestin operierende militante Gruppe.
In junge Welt vom 11.Juni 2016 weiterlesen

Türkei: Berichte von Massenhinrichtung des türkischen Militärs in Nusaybin

Elke Dangeleit 05.06.2016 auf Telepolis

Tausende von Häusern seien zerstört worden, Augenzeugen berichten von einer Hinrichtung von 20 Personen
Nusaybin (kurd.: Nisebin) ist eine mehrheitlich von Kurden bewohnte Stadt direkt an der syrischen Grenze. In Rojava/Nordsyrien liegt direkt hinter der Grenze die Stadt Qamishlo. Zwischen Nusaybin und Qamishlo verläuft die Bagdadbahn. Mit der willkürlichen Grenzziehung durch das Ankara-Abkommen 1921 zwischen Frankreich und Türkei wurde die Stadt geteilt.

Nun ereigneten sich Nusaybin ähnliche Menschenrechtsverletzungen wie in Cizre, wo in Kellern, die von türkischen Militärs beschossen und in Brand gesetzt wurden, nahezu 100 Menschen bei lebendigem Leibe verbrannten. Dem kurdischen Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, Civaka Azad, zufolge berichteten Augenzeugen den kurdischen Nachrichtenagenturen Dicle (DIHA) und JINHA, dass am 31. Mai mehr als 20 Menschen in der Nähe zur Grenze von Qamishlo hingerichtet und ihre Leichname anschließend verbrannt worden sein sollen. Eine Karte zeigt die letzten Ereignisse in Nusaybin.
Auf Telepolis weiterlesen

Achtmal geflohen

Reportage aus der kurdischen Flüchtlingsstadt Machmur im Nordirak

Von Peter Schaber, Machmur

Auf dem ersten der gerahmten Bilder, die uns Haci Kacan in der Eingangshalle der Stadtverwaltung des Flüchtlingslagers Machmur im Nordirak zeigt, ist nichts als goldgelber Sand zu sehen. Eine leere Wüstengegend, ohne Häuser, ohne Bäume, ohne Trinkwasser, ohne Strom. »So sah es hier aus, als wir gekommen sind«, erinnert sich Kacan, einer der beiden Vorsitzenden des Volksrates im Camp. »Am Anfang dachten wir: Hier können wir doch nicht bleiben, hier gibt es ja überhaupt nichts.«
in junge Welt vom 3.6.2016 weiterlesen