Erdogan sagt sorry

Ankara will Beziehungen zu Russland normalisieren und schließt Pakt mit Israel. Geheimverhandlungen mit syrischer Regierung

Von Nick Brauns

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich am Montag für den Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges am 24. November im syrisch-türkischen Grenzgebiet entschuldigt. Die Beileidsbekundung richtete sich an die Familie des getöteten Piloten, doch der Brief ging an Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Ankara und Moskau seien übereingekommen, »ohne Verzögerung die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die bilateralen Beziehungen zu verbessern«, erklärte ein Sprecher Erdogans am Montag. In den kommenden Tagen soll es ein Telefonat der Präsidenten beider Länder geben. »Die Türkei ist bereit, mit Russland gemeinsam in der Krise in der Region sowie auf dem Feld der Terrorismusbekämpfung zu handeln«, bestätigte die russische Regierung den weiteren Inhalt von Erdogans Schreiben. Einen »ernsthaften Schritt in die richtige Richtung« attestierte der türkischen Regierung am Dienstag auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Kremlsprecher Dmitri Pes­kow betonte dagegen vor der Presse, für eine Normalisierung der Beziehungen brauche es mehr als nur ein »paar Tage«. Die türkische Wirtschaft hatte durch die von Russland verhängten Wirtschaftssanktionen, insbesondere das Importverbot türkischer Lebensmittel sowie das Verbot des russischen Chartertourismus in die Türkei schwere Einbußen erlitten.
in junge Welt vom 29.6.2016 weiterlesen


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