Solidarität ist Terrorismus

Türkei: Journalisten wegen Unterstützung kurdischer Zeitung festgenommen

Von Nick Brauns

In der Türkei sind am Montag zwei Journalisten und eine Menschenrechtsaktivistin unter dem Vorwurf der Terrorpropaganda inhaftiert worden, weil sie sich mit der kurdischen Tageszeitung Özgür Gündem solidarisiert hatten. Betroffen sind die Präsidentin der renommierten türkischen Menschenrechtsstiftung TIHV, Sebnem Korur Fincanci, der örtliche Vertreter von »Reporter ohne Grenzen«, Erol Önderoglu, sowie der Journalist und Schriftsteller Ahmet Nesin. Die drei gehören zu einer Gruppe von 44 Akademikern, Schriftstellern und Journalisten, die sich seit dem 3. Mai, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, an einer Kampagne zum Schutz der Oppositionszeitung beteiligt hatten und jeweils für einen Tag symbolisch den Posten des Chefredakteurs übernahmen. Die Özgür Gündem wird von der Regierung in Ankara als Sprachrohr der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) bezeichnet. Eine Reihe ihrer Mitarbeiter befindet sich in Haft, das Blatt wird mit Strafanzeigen überzogen, immer wieder wird das Erscheinen für Tage verboten. Auch gegen einen Großteil der übrigen »Chefs vom Dienst« werde ermittelt, teilte der Rechtsanwalt der jetzt Verhafteten, Özcan Kilic, gegenüber der Presse mit.
in junge Welt vom 22.6.2016 schauen


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