Frauen gegen Erdogan

Türkei: Kundgebungen und Demonstrationen zum Internationalen Frauentag verboten. Trotzdem gingen Tausende auf die Straße

Von Kevin Hoffmann, Istanbul

Der Internationale Frauentag am 8. März ist seit vielen Jahren auch in der Türkei für Zehntausende ein Anlass, um auf die Straße zu gehen. Davon lassen sich die Frauen weder durch ihre Ehemänner, noch durch Verbote der Behörden oder durch Schlagstöcke der Polizei abhalten. Sie kritisieren die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht nur wegen der Gewalt gegen Andersdenkende sowie der Verletzung von Menschenrechten und Pressefreiheit, sondern auch, weil die Gewalt gegen Frauen in der Türkei unverändert hoch ist. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte am Sonntag eine Studie der Vereinten Nationen, nach der die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Türkei zu häuslicher Gewalt in der Ehe kommt, zehnmal höher liegt als in Ländern der Europäischen Union. Auf einem Gleichberechtigungsindex des UN-Entwicklungsprogramms UNDP liegt die Türkei nur auf Rang 77 von 138 Plätzen.
In junge Welt vom 8.März 2016 weiterlesen


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