Archiv für Februar 2016

08.Februar: Massaker in Cizre! Europaweite Aktionen

DEMO HEUTE 15 UHR AM BRANDENBURGER TOR!

Nachdem es in der Nacht schon in dutzenden Städten zu europaweiten Protesten gegen das Massaker der türkischen Streitkräfte in Cizre gekommen ist, findet heute ab 15 Uhr ein zentrale Protestkundgebung am Brandenburger Tor mit anschliessender Demonstration statt. Die türkische Armee hat gestern mindestens 60 Zivilist_innen in Cizre massakriert, während die türkische Staatsprogaganda von getöteteten Guerillakämpfer_innen spricht, wurden nach Angaben von unabhänigen Journalisten und Vertreter_inenn der prokurdischen HPD vor allem Zivilist_innen getötet, die seit Tagen in dem Gebäude eingeschlossen waren.

Kommt alle und helf den Druck auf die europäische Regierungen zu erhöhen und das schweigen gegenüber dem Massenmord in Kurdistan zu brechen!

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Auf Francos Spuren

Türkische Regierung vergleicht sich mit spanischen Faschisten. Ende der Militäroperationen gegen Kurden angekündigt


Cizre

Von Nick Brauns

Nach der Aufhebung einer Ausgangssperre im westlichen Teil des Altstadtbezirks Sur der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Diyarbakir im Südosten der Türkei Mitte der Woche haben zahlreiche Einwohner die Flucht ergriffen. Türkische Medien zeigten Aufnahmen von Bewohnern, die ihre wenigen Besitztümer wie Matratzen und Teppiche mit Handwagen aus dem von historischen schwarzen Basaltmauern umgebenen Viertel retten, das nach wochenlangem Artilleriebeschuss in Ruinen liegt.
Weiterlesen in junge Welt vom 5.2.15

Held oder Mörder

Ein niederländischer Exsoldat kämpfte mit den Kurden gegen den IS. Nun ermittelt die Justiz gegen ihn

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Von Gerrit Hoekman

Die kurdischen »Volksverteidigungseinheiten« (Yekineyen Parastina Gel, YPG) sind ein Kind des Krieges. Im Sommer 2012, etwas mehr als ein Jahr nach dem Ausbruch der Gewalt, tauchte ihr grün-gelbes Emblem mit dem roten Stern erstmals flächendeckend im Norden Syriens auf. Kurz vorher hatte sich die Armee aus dem überwiegend kurdisch besiedelten Teil des Landes zurückgezogen, der von den Kurden Rojava genannt wird und in dem sie seither versuchen, Selbstverwaltungsstrukturen aufzubauen.

Die YPG streben nach eigener Aussage keine Unabhängigkeit Kurdistans an, sondern bekennen sich zur staatlichen Einheit Syriens. Mit ihren mehreren zehntausend Kämpfern, darunter rund ein Drittel Frauen, sind die YPG die größte Gruppe innerhalb der im Oktober 2015 gegründeten Allianz »Demokratische Kräfte Syriens«, zu der sie sich mit arabischen und assyrisch-christlichen Verbänden zusammengeschlossen haben. Nach Schätzungen sollen sich rund 100 Ausländer, vor allem aus Europa, den YPG angeschlossen haben.

In junge Welt vom 4.2.15 weiterlesen

Hilferuf aus Cizre

Von Michael Knapp auf Telepolis 04.02.2016

Türkei verwehrt Zugang zu Schwerverletzten in einem Keller der südanatolischen Stadt mit kurdischer Mehrheit

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In der kurdischen Stadt Cizre, auf türkischem Staatsgebiet an der Grenze zu Syrien gelegen, herrscht Ausnahmezustand. Ganze Stadtteile liegen in Trümmern und ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht. Immer wieder kündigte die türkische AKP-Regierung die erfolgreiche „Säuberung“ der Stadt an. Die Bilder einer Stadt, die in Teilen mittlerweile Städten wie Kobanê ähnelt, prägen sich ein. Jedoch sind es die aktuellen Ereignisse, wie das Schicksal der bis zu dreißig in einem Keller in Cizre eingeschlossenen Personen, welche die Dimension des Krieges deutlich machen.

Auf Telepolis weiterlesen

Steht Erdogans Einmarsch in Syrien bevor?

Von Elke Dangeleit auf Telepolis am 03.02.2016

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Die türkische Armee droht mit einem militärischen Vorgehen, um zu verhindern, dass der Grenzübergang bei Dscharabulus an die YPG fällt. Die USA versuchen, die Kurden zu besänftigen
Die Situation an der türkisch-syrischen Grenze droht zu eskalieren: So hat Erdogan Truppen und Panzer an der Grenze zu Rojava stationiert und beschießt fast täglich dieses kurdische Gebiet in Syrien.

Weiterlesen auf telepolis

Umworben von Washington und Moskau

In der Türkei stehen die Kurden mit dem Rücken zur Wand, doch in Syrien gewinnen sie Handlungsspielraum

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von Nick Brauns

Erdogans Wiederaufnahme des Krieges gegen die Kurden in der Türkei wird durch die Stärkung der Kurden im Kampf gegen den IS in Syrien konterkariert.
Erstmals seit den 90er Jahren ist die türkische Armee im Dezember mit Panzern in die von Kurden bewohnten Städte im Osten des Landes eingerückt. Durchgängige Ausgangssperren über das Altstadtviertel Sur von Diyarbakir sowie über die an der Grenze zum nordsyrischen Selbstverwaltungsgebiet Rojava gelegenen Städte Cizre und Silopi dauern bereits den zweiten Monat an. Lebensmittel der in ihren Häusern eingeschlossenen Bevölkerung werden knapp, Wasser- und Stromversorgung sind gekappt. Wer einen Arzt aufsuchen will, riskiert von Scharfschützen erschossen zu werden. Leichen bleiben tagelang auf der Straße liegen.
Artikel in SoZ – Sozialistische Zeitung weiterlesen

Internationalismustage: Räume wegen Kurdistansoli gekündigt


Am 12 und 13 Februar sollen in Berlin die Internationalismustage der Nao (Neue antikapitalistische Organisation) stattfinden, ursprünglich war der Veranstaltungsort das Statthaus Böcklerpark am Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg, nun wurde es gekündigt. Ursache der Kündigung war anscheinend das für den Abend geplante Solidaritätskonzert bei dem Geld für die Kampagne „Waffen für die YPG/YPJ“ gesammelt werden sollte.

Die NAO erklärte zur Kündigung: “ Die Kündigung stellt jedenfalls ein Zurückweichen vor den djihadistischen Kräften und auch, was für die Berliner Situation wichtig ist, dem Erdogan-Regime und seinen Anhängern dar. Der brutale Krieg des Erdogan-Regimes gegen das kurdische Volk und die Repression gegen alle demokratischen und fortschrittlichen Kräfte sollen offenbar möglichst nicht thematisiert werden.“

Die Kündigung der Räume soll nach Angaben der NAO allerdings nicht das Ende des Kongress bedeuten, wenn es auch zu Veränderungen kommen kann: „Die Kündigung des Statthauses trifft uns als NaO hart und stellt in der kurzen Frist in Frage, ob wir die Internationalismustage und das Konzert in geplanter Form durchführen können.“
Die Organisation bittet daher: „Wir rufen daher die gesamte Linke auf, gegen diese Kündigung zu protestieren. Wir wollen die Internationalismustage weiter durchführen und laden alle Linken ein – helft mit, dass sie stattfinden können,
beteiligt euch an den Diskussionen.“

Unsere Solidarität ist den Organiatoren der Internationalismustage gewiss. Wer mehr Informationen über den aktuellen Stand haben will, schaut am besten hier!

Gespielgelt von die Freiheitsliebe

Gemeinsam gegen den Krieg in Kurdistan

Religionen Mesopotamiens gegen Krieg

Am Samstag gingen in Berlin Muslime, Christen, Aleviten, Jesiden, Sozialisten und Demokraten gemeinsam gegen den Krieg der AKP in Kurdistan auf die Straße

Langsames Massaker

Türkei: Seit zehn Tagen warten Eingeschlossene in Cizre auf Hilfe. Militär verweigert Zugang. Mindestens sieben Tote

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Von Kevin Hoffmann, Istanbul

Seit dem 22. Januar harrt eine Gruppe von zwei Dutzend Menschen im mehrheitlich von Kurden bewohnten Cizre im Südosten der Türkei in einem Keller aus. Die Gruppe war dorthin geflüchtet, als sie von türkischen Soldaten beschossen wurde (jW berichtete). Mittlerweile sind mindestens sieben Menschen ihren Verletzungen erlegen, die sie bei den Angriffen von Polizei und Militär erlitten hatten. Zuletzt starb am Samstag die 16jährige Sultan Irmak, nachdem es erneut zu einem Beschuss des Hauses durch Panzer und Artillerie der türkischen Armee gekommen war. Dabei wurde zudem der einzige Zugang zu dem Keller verschüttet, wie die kurdische Nachrichtenagentur ANF berichtete.
weiterlesen in junge Welt vom 1.2.15