»Mörder Erdogan«

Opposition macht türkische Führung für Anschlag auf kurdischen Anwalt ­verantwortlich. EU bezahlt Ankara für Flüchtlingsabwehr

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Von Fuoco Savinelli

Einen Tag vor Beginn des EU-Türkei-Gipfels in Brüssel erschütterte der Mord an einem bekannten kurdischen Juristen und Menschenrechtsaktivisten die Türkei. Der Vorsitzende der Anwaltskammer von Diyarbakir, Tahir Elci, wurde am Samstag in der südostanatolischen Metropole auf offener Straße erschossen. Zuvor hatten Elci und weitere Anwälte gegen die Zerstörung historischen Erbes in der Altstadt von Diyarbakir bei vorangegangenen Polizeioperationen protestiert. Im Anschluss an eine Pressekonferenz vor dem durch Schüsse beschädigten vierfüßigen Minarett – einem Wahrzeichen der Kurdenmetropole – habe ein Mann aus nächster Nähe auf Elci geschossen und sei dann weggerannt. Daraufhin sei ein Feuergefecht entbrannt, schilderte ein Journalist der Agentur Cihan den Vorfall. Von türkischen Medien verbreitete Videoaufnahmen zeigen wild um sich schießende Zivilpolizisten. Dabei ruft ein Polizist offenbar einem der Angreifer zu, dieser solle weglaufen, ehe er gesehen werde. Forensische Untersuchungen ergaben, dass Elci aus großer Entfernung mit einem Schuss von hinten in den Nacken getötet wurde. Dies könnte auf die Tat eines in der Umgebung stationierten Scharfschützen während des durch die Schießerei ausgebrochenen Chaos hindeuten.
In junge Welt vom 30. November 2015 weiterlesen


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