Massaker in Ankara

Auf eine Demonstration von Gewerkschaftern und linken Aktivisten in der türkischen Hauptstadt wurde am Samstag ein Anschlag verübt – einer der blutigsten in der Geschichte des Landes

Von Kevin Hoffmann/ Ankara

Die für vergangenen Samstag geplante Friedensdemonstration in der Innenstadt von Ankara sollte ein Zeichen der Entschlossenheit gegen die Kriegspolitik der AKP-Regierung setzen. Doch bevor die Manifestation beginnen konnte, endete sie in einem Blutbad, dem mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Opfer fielen.

Organisiert wurde die Kundgebung von den linken Gewerkschaftsverbänden DISK und KESK, dem Verband der Ingenieure TMMOB und der Medizinervereinigung TTB. Auch die prokurdische HDP und andere linke Gruppen hatten zu ihr aufgerufen und waren mit Bussen aus der gesamten Türkei und Nordkurdistan angereist. Bereits am frühen Morgen sammelten sich die Demonstranten am Hauptbahnhof von Ankara. Jugendliche sangen türkische und kurdische Lieder und tanzten dazu. Die Stimmung unter der stetig anwachsenden Menge war fröhlich und ausgelassen. Auch eine Gruppe von Mitgliedern der Föderation Sozialistischer Jugendvereine (SGDF), die das Massaker vom 20. Juli in der türkisch-syrischen Grenzstadt Suruç überlebt hatten, war angereist. Noch bevor sich alle Teilnehmer auf dem Platz versammelt hatten und die Demonstration beginnen konnte, erschütterten um 10.04 Uhr (Ortszeit) zwei gewaltige Explosionen den Bahnhofsvorplatz.

Weiterlesen in junge Welt vom 12.10.15


0 Antworten auf „Massaker in Ankara“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


sieben − = fünf