»Der Staat hat schuld an dem Attentat«

Ihr Sohn Bedrettin fiel als Freiheitskämpfer in Kobane. Danach wurde sie Augenzeugin des Suruc-Massakers. Ein Gespräch mit Sabiha Akdeniz

Interview: Peter Schaber, Suruc

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Sie waren auf dem Weg nach Kobani, als Sie in der an der syrischen Grenze gelegenen türkischen Stadt Suruc Augenzeugin jenes Bombenattentats auf sozialistische Jugendliche wurden, das am 20. Juli 32 Menschen das Leben kostete. Zuvor ist Ihr Sohn in Rojava im Norden Syriens bei der Verteidigung der Revolution gefallen. Was waren seine Beweggründe, dorthin zu gehen?

Schon bevor er nach Kobani ging, war mein Sohn nach Suruc gefahren und hat dort humanitäre Hilfe an der Grenze geleistet. Er hat dort oft mitgearbeitet, er ist immer wieder hingefahren. Er hat mir gesagt: Ich ertrage den Anblick nicht mehr, ich halte das nicht mehr aus. Ich habe die Verwundeten gesehen, ich habe gesehen, wie der Staat dort mit den Menschen umgeht. Einmal hat die Polizei ein Auto angezündet, das voll mit Hilfsgütern war, und die Helfer dann daran gehindert, es zu löschen. Er hat grundlose Verhaftungen gesehen und viel Unterdrückung. Er könne nicht mehr schlafen, wenn er an die Menschen dort denke.

Interview in junge Welt vom 13. August 2015 weiterlesen


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