PKK übt Vergeltung

Türkischer Präsident Erdogan will linke Opposition mundtot machen. Diese beantragt Immunitätsentzug für alle Abgeordneten

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Von Nick Brauns

Wenige Stunden nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Friedensprozess mit den Kurden offiziell für beendet erklärt hatte, flog die türkische Luftwaffe in der Nacht zum Mittwoch erneut Luftangriffe auf Stellungen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak. Die Angriffe gegen sechs PKK-Camps seien die stärksten seit Beginn der Operationen Ende letzter Woche gewesen, erklärte ein Regierungsvertreter gegenüber der Tageszeitung Hürriyet Daily News. Auch in der an den Irak grenzenden türkischen Provinz Sirnak bombardierten Jagdflugzeuge mutmaßliche PKK-Kämpfer. Während die Guerilla bislang lediglich eine Handvoll Opfer meldete, behauptete die konservative Tageszeitung Haberturk am Mittwoch, es seien bereits 200 PKK-Kämpfer getötet worden. Diese Zahl erscheint nach Erfahrungen von früheren Luftangriffen auf PKK-Stellungen völlig unrealistisch. Denn die Guerillakämpfer werden durch Sympathisanten in Diyarbakir rechtzeitig vom Starten der F-16 informiert, so dass ihnen genug Zeit bleibt, um sich bis zum Eintreffen der Kampfflugzeuge im zerklüfteten Bergland im türkisch-irakisch-iranischen Grenzgebiet in Sicherheit zu bringen.

In junge Welt vom 30.7.2015 weiterlesenf


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