Jesiden erinnern an Völkermord

Bundesregierung lässt jesidische Peschmerga ausbilden und gesteht deren Kooperation mit der PKK ein

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Von Ulla Jelpke

Am Montag jährt sich Offensive des sogenannten Islamischen Staates (IS) auf das Hauptsiedlungsgebiet der Jesiden im nordirakischen Shengal. In das kollektive Gedächtnis dieser monotheistischen Religionsgemeinschaft gingen die Ereignisse als der »73. Völkermord« in ihrer jahrtausendealten Geschichte ein. Auch der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR) sah in einem Bericht vom März Anzeichen dafür, dass die IS-Verbrechen an den Jesiden den Tatbestand eines Völkermordes erfüllt haben könnten. So wurden Tausende Jesiden massakriert, und weiterhin befinden sich rund 3.500 Frauen und Kinder als Sklavinnen in der Hand des IS. »Sie sollen täglich physischer, sexueller und anderen Formen von Gewalt und erniedrigender Behandlung ausgesetzt sein«, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion zur »Situation der Jesidinnen und Jesiden aus Shengal«. Hunderttausende Jesiden und Angehörige anderer Minderheiten aus Shengal leben in Flüchtlingslagern in der kurdischen Autonomieregion, der Türkei und dem Selbstverwaltungsgebiet Rojava in Nordsyrien. In den Shengal-Bergen sollen derzeit nur noch maximal 1.350 jesidische Familien zurückgeblieben sein.

Weiterlesen in junge Welt vom 1. August 2015


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