5. Januar: Gedenken an Celalettin Kesim

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Kundgebung am 5. Januar 2015, 17 Uhr am Kottbusser Tor / Ecke Kottbusser Str. (Celalettin-Kesim-Platz) – Anschließend Demonstration

Am 5. Januar 1980 wurde der türkische Antifaschist Celalettin Kesim von türkischen Faschisten und religiösen Fanatikern am Kottbusser Tor auf offener Straße ermordet, als er Flugblätter gegen einen möglichen Militärputsch in der Türkei sowie über das Eingreifen der Sowjetunion in Afghanistan verteilen wollte. Celalettin war Mitglied der Kommunistischen Partei der Türkei, arbeitete in Westberlin als Berufsschullehrer, war als aktiver Gewerkschafter bekannt und Sekretär des damaligen Türkenzentrums. Als Kommunist war ihm klar, dass Faschismus aus der Gesellschaftordnung des Kapitalismus erwächst, als Internationalist war er solidarisch mit allen Kämpfen für eine Befreiung von der Macht des Kapitals.

Der Mord rief in der Stadt – weit über das linke Spektrum hinaus – Entsetzen und Empörung hervor; an der Demonstration im Anschluss an die Trauerfeier nahmen über 10.000 Menschen teil. Damals wie heute morden die Faschisten; der religiöse Fanatismus wächst. Deshalb müssen wir das Gedenken an Celalettin Kesim, wie auch das an andere ermordete Antifaschisten, wach halten und den Widerstand gegen die zunehmende faschistische Gefahr gemeinsam organisieren.

Heute beobachten wir mit Sorge ein Erstarken des Faschismus in unserer Gesellschaft. Die Strafverfolgung von Antifaschisten, insbesondere in Sachsen, und vor allem der NSU-Skandal bringen die Verstrickung des Staatsapparats mit faschistischen Strukturen ans Tageslicht. Die Bundesregierung scheut nicht vor einer offenen Unterstützung der mit Faschisten durchsetzten Regierung in Kiew zurück; in der dortigen deutschen Botschaft posierte Außenminister Steinmeier mit dem „Swoboda“-Führer und Antisemiten Oleh Tyahnybok.
Unter Ausnutzung des Entsetzens über die Gräueltaten des IS und seiner salafistischen Unterstützer versuchen Neonazis, in der Hooligan- und Fußballfanszene Einfluss zu gewinnen und sie in rassistische Bahnen zu lenken. In Berlin konzentrieren sich zur Zeit rassistische Aktivitäten gegen die geplanten Containerlager für Flüchtlinge in Buch, Marzahn und Köpenick.

Wir wollen zum Gedenken an Celalettin Kesim und anderer ermordeter Antifaschisten zusammenkommen um damit gleichzeitig ein Zeichen gegen diese Entwicklung zu setzen.

Initiativkomitee Celalettin Kesim


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