Besatzer feiern sich

Gedenkveranstaltungen auf Zypern zum 40.Jahrestag der türkischen Invasion

Veteranen der von Rauf Denktasch gebildeten Terrororganisation TMT, die für zahlreiche Anschläge gegen türkische Gewerkschafter und Kommunisten sowie griechische Zyprioten verantwortlich ist

Nick Brauns, Girne (Nordzypern)

Mit Militärparaden und Flugshows wurde auf der türkisch besetzten Nordseite der Mittelmeerinsel Zypern in Anwesenheit des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül der 40. Jahrestages der von der Türkei als „Friedensoperation“ bezeichneten Invasion der Insel begangen. Vor der kleinen Hafenstadt Girne, in deren Nähe die ersten Landungstruppen abgesetzt worden waren, sind türkische Kriegsschiffe aufgefahren. Riesenhafte Fahnen der lediglich von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern (KKTC), der Türkei und des türkischen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk schmücken die Straßen in den Städten des Nordteils. Mustafa Kemal hatte die früher zum osmanischen Reich gehörende, dann aber von Großbritannien annektierte Insel allerdings gar nicht für die Türkei beansprucht.

In der Republik Zypern fanden unterdessen in vielen Kirchen Gedenkveranstaltungen für die rund 6000 Tausend getöteten oder bis heute als vermisst geltenden griechisch-zypriotischen Opfer des Einmarsches statt. Vor der von UN-Blauhelmetruppen – darunter Iren und Ukrainern – kontrollierten „Grünen Linie“ in der geteilten Hauptstadt Nicosea/Lefkosa protestierte eine Gruppe griechischer Nationalisten gegen die türkische Besatzung. Sie fordern Enosis, also die Vereinigung Zyperns mit Griechenland.

Nachdem Agenten der Athener Militärjunta den zyprischen Präsidenten Erzbischof Makarios durch einen Putsch gestürzt hatten, landeten am 20. Juli 1974 türkische Truppen offiziell zum Schutz der türkisch-zypriotischen Minderheit auf der Insel. Im Hintergrund hatten die USA sowohl den griechischen Putsch gegen Makarios als auch die türkische Invasion ermutigt. So wollten sie sich durch eine Teilung der Insel des aufgrund seiner antiimperialistischen Außenpolitik als „Castro im Priesterrock“ gescholtenen Makarios und der starken kommunistischen AKEL-Partei entledigen. Durch den Vormarsch der türkischen Truppen, die 35 Prozent des Inselterritoriums besetzten, wurden 123.000 griechische Zyprer vertrieben; 43.000 türkische Zyprer flohen ihrerseits aus Angst vor Anschlägen griechisch-faschistischer Banden in den Nordteil. Die Mehrheit der Bevölkerung in der KKTC besteht heute aus völkerrechtlich gesehen illegalen Siedlern vom türkischen Festland sowie 40.000 Besatzungssoldaten. Sie haben zur Verdrängung von Zehntausenden türkischen Zyprern von der Insel geführt, mit deren Schutz die Invasion vor 40 Jahren offiziell gerechtfertigt wurde.

Türkische Armee schützt das Schwarzgeld der Mafia

20.7.2014