Bleiberecht für Leyla

Breites Nürnberger Bündnis kämpft gegen Ausweisung von junger Kurdin

Von Martin Dolzer/Nick Brauns

Es kommt selten vor, daß eine drohende Abschiebung für einen größeren Aufschrei in der Öffentlichkeit sorgt. Dies ist der Fall bei der in Nürnberg lebenden Kurdin Sultan »Leyla« Karayigit. Unter dem Motto »Bleiberecht für Leyla« kämpft ein breites Bündnis von der Linken Liste über Amnesty International bis zu kirchlichen Gruppen für die Rücknahme des Ausweisungsbeschlusses. Eine in dieser Woche beim Petitionsausschuß des Bayrischen Landtags eingereichte Petition wurde in kürzester Zeit von über 2300 Menschen unterzeichnet. Gefordert wird die Aufhebung des Ausweisungsbeschlusses der Stadt Nürnberg und die Wiederinkraftsetzung sämtlicher bürgerlicher Rechte der mittlerweile 20jährigen Kurdin, die den Abschiebungsbescheid pünktlich zu ihrem 18. Geburtstag zugestellt bekommen hatte. Basierend auf Paragraph 54a des Ausländergesetzes wurde dies mit der Teilnahme an Demonstrationen begründet, die unter anderem »Frieden in Kurdistan und Freiheit für Abdullah Öcalan« als Ziel hatten. In den Augen der Ausländerbehörde handelt es sich bei diesen legalen Veranstaltungen, die Karayigit im Alter von 14 bis 16 Jahren besucht hatte, um Aktivitäten der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Zudem werden ihr Besuche im kurdischen Verein »Medya Volkshaus Nürnberg« angelastet, der regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Nürnberg kurdische Kulturtage ausrichtet. Aufgrund der Meldeauflagen und Aufenthaltsbeschränkungen mußte Karayigit bereits ihre Ausbildung im medizinischen Bereich abbrechen. »Hier soll die Sympathie für die kurdische Bewegung als Grundlage genommen werden, um das Leben einer hoffnungsvollen, jungen Frau zu zerstören«, kritisiert Stadträtin Marion Padua von der Linken Liste. »Sie soll nach dem Willen der Behörden in ein Land abgeschoben werden, in dem sie keine Verwandten mehr hat, in dem ihre Mutter schwer gefoltert wurde und das durch die Berichterstattung in türkischen und kurdischen Medien über den Fall bereits auf sie aufmerksam geworden ist.«

junge Welt 14.3.2013


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