Großrazzia gegen Gewerkschafter

Bei einem massiven Schlag gegen radikale Linke und Gewerkschafter in der Türkei stürmten Antiterroreinheiten der Polizei in den frühen Morgenstunden des Dienstag Wohnungen Vereinsräume und Gewerkschaftshäuser in 28 Städten. Betroffen waren vor allem die Hochburgen der laizistischen Opposition im Westen des Landes und entlang der Ägäisküste. Unter den weit über 100 Festgenommenen finden sich Dutzende Kommunalangestellte und Mitglieder des linksgerichteten Gewerkschaftsdachverbandes des öffentlichen Dienstes KESK einschließlich KESK-Zentralvorstandsmitglied Akman Simsek. Die Vorsitzende der Gewerkschaft SES in Ankara, Leyla Durmaz, wurde trotz einer laufenden Krebsbehandlung im Krankenhaus festgenommen.
Gegen 167 Personen wurden nach Informationen der regierungsnahen Tageszeitung Todays Zaman Haftbefehle erlassen.
Ihnen wird Mitgliedschaft oder Unterstützung der illegalen Revolutionären Volksbefreiungspartei/Front (DHKP/C) vorgeworfen wird. Die DHKP/C hatte am 2. Februar einen Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara verübt, bei dem ein Wachmann getötet und eine Journalistin schwer verletzt wurde. Bereits im Januar waren nach einer angeblich gegen die DHKP/C-gerichteten Razzia mehr als 50 Personen, darunter neun Rechtsanwälte, in Untersuchungshaft gekommen.

20.2.2013


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