Tatverdächtiger ­präsentiert

Bei ihrer ersten Pressekonferenz seit der Ermordung von drei kurdischen Exilpolitikerinnen am 9. Januar hat die Pariser Staatsanwaltschaft am Montag Abend einen Tatverdächtigen präsentiert. Es handelt sich um den 30jährigen Kurden Ömer G., der eine der Frauen mit dem Auto zum Tatort, dem Kurdistan-Informationsbüro, gebracht hatte und mit Hilfe von Überwachungskameras vor dem Büro identifiziert wurde. In der Tasche des Mannes seien Schmauchspuren festgestellt worden, zudem habe er sich in Widersprüche verwickelt, erklärte Staatsanwalt François Molins. Der bereits am Freitag fest- und nun in Untersuchungshaft genommene Mann soll seit zwei Jahren Kontakte zur Arbeiterpartei Kurdistans PKK gehabt haben, deren Mitbegründerin Sakine Cansiz, eine der Ermordeten, war. Gegen ihn wird nun wegen »Mordes mit terroristischem Hintergrund« und »Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung zur Vorbereitung von Morden mit terroristischem Hintergrund« ermittelt.

Ömer G. sei vor einem Jahr einem kurdischen Kulturverein als einfaches Mitglied beigetreten, erklärte der Vorsitzende der Föderation Kurdischer Vereine Feyka, Mehmet Ülker, am Dienstag. G. habe Vereinsmitgliedern bei Problemen mit der französischen Sprache geholfen, aber kein offizielles Amt bekleidet. Über seine Vergangenheit sei wenig bekannt, »er hatte eine dunkle Seite«. PKK-Vertreter Remzi Kartal dementierte unterdessen, daß der Tatverdächtige PKK-Verbindungen gehabt habe. Auch ein Onkel von G. erklärte im türkischen Fernsehsender CNN Türk, die Familie habe keinerlei Sympathien für die PKK.

junge Welt 23.1.2013


0 Antworten auf „Tatverdächtiger ­präsentiert“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


− zwei = null