26. Januar: Trauer- und Protestmarsch für die ermordeten kurdischen Politikerinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez

Sonnabend, 26.01.2013 um 14 Uhr
Treffpunkt: Alexanderplatz, Brunnen nahe der Weltzeituhr
Kurdische Fraueninitiative – Dest Dan – Kurdische Frauenplattform – Bundesverband der Migrantinnen e.V.

Seit der Ermordung der drei kurdischen Politikerinnen Sakine Cansiz (58), Fidan Doğan (31) und Leyla Şaylemez (29) in Paris sind 15 Tage vergangen. Bisher hat die französische Regierung keinerlei Bereitschaft gezeigt, die Hintergründe der Tat aufzuklären und auf dringende Fragen Antworten zu geben. Die drei Frauen waren Repräsentantinnen der kurdischen Freiheits- und Frauenbewegung. Sakine Cansiz war Mitbegründerin der kurdischen Arbeiterpartei. Sie wurde 1980 in der Türkei verhaftet und während ihrer 12jährigen Haftzeit brutal gefoltert. Fidan Doğan war diplomatische Vertreterin des kurdischen Nationalkongresses in Frankreich und Leyla Şaylemez eine kurdische Jugend-Aktivistin. Deutsche und auch französische Regierungen schicken ihre Soldaten für die „Befreiung“ der Frauen nach Jugoslawien und Afghanistan. Der deutschen Öffentlichkeit wird die Legitimation dieser Kriege mit der Verbesserung der Situation der dort lebenden Frauen schmackhaft gemacht. Wo bleibt das Interesse der Regierungen und auch der Öffentlichkeit und die Parteinahme für Frauen der kurdischen Bewegung, die seit Jahren eine friedliche Lösung gegen den Krieg in Kurdistan vorantreiben? Wo ist die Unterstützung für eine Bewegung, die in ihrem Parteiprogramm eine Quote von 40 % für Frauen festschreibt und die sich massiv für die Gleichstellung der Frauen innerhalb der Gesellschaft und ein Recht auf Bildung, gerade auch für Frauen einsetzt?
Mit dem Vorwurf des „Terrorismus“ in der nationalen und internationalen Presse wird versucht, eine Entsolidarisierung mit den Frauen zu erreichen. Sie werden „Waffenbeschafferinnen“ genannt. Wer wagt das in den vorherrschenden Medien zu Angela Merkel zu sagen, die mit ihren Panzerlieferungen die faschistoide türkische Regierung und die strategischen NATO-Interessen unterstützt. Wer entscheidet wann, wo und warum, etwas terroristisch genannt wird? Warum werden die andauernden Friedensbemühungen der kurdischen Bewegung und deren umfangreiche Entwicklung von Demokratie-Konzepten nicht aufgegriffen und ernst genommen? Wann werden die Menschenrechtsverletzenden Praktiken (Verhaftungen, Folter, Mord, Unterdrückung von Minderheiten) der türkischen Regierung geahndet? Und wann werden die deutschen Waffenlieferungen an dieses Land eingestellt? Wie viele Frauen sollen noch sterben bis das Internationale Völkerrecht zur Anwendung kommt? Die drei Frauen waren lebensbejahende, immer wieder auf politische Veränderungen hoffende, aktiv handelnde Menschen, die brutal ermordet wurden.
Wir gehen weiter auf die Straße und fordern Aufklärung der Morde und Gerechtigkeit für Sakine Cansiz, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez. Wir bitten euch um eure Solidarität und rufen alle KurdInnen und Freunde der KurdInnen dazu auf, diesen Samstag am Trauer- und Protestmarsch für die in Paris ermordeten Kurdinnen Sakine Cansiz, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez teilzunehmen.


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