X, Q und W bleiben verboten

Gericht verurteilt kurdische Ortsnamen in Diyarbakir

Das Verwaltungsgericht in Diyarbakir hat Ende letzter Woche die kurdischesprachigen Namen für ein Kulturzentrum sowie von 19 Parkanlagen in der kurdischen Millionenstadt im Südosten der Türkei verboten. Betroffen ist das 2009 eröffnete und nach dem 1984 verstorbenen Dichter benannte Cegerxwin-Kulturzentrum sowie Grünanlagen mit Namen wie Asiti Park (Friedenspark), Yek Gulan Park (Erster Mai Park) und Jiyanan Azad Park (Park des freien Lebens). Das Gericht monierte, die Namen entstammten einer anderen als der türkischen Sprache. Auch die Verwendung der im kurdischen, nicht aber im türkischen Alphabet enthaltenen Buchstaben X, Q und W wurde vom Gericht verurteilt. Die Namen waren von der Stadtverwaltung von Diyarbakir, die durch die prokurdische Partei für Frieden und Demokratie (BDP) gestellt wird, vergeben worden. Dagegen hatte der Provinzgouverneur von der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP geklagt. Der Einspruch des Gouverneurs und das Gerichtsurteil machen deutlich, dass die im Jahr 2009 vollmundig verkündeten „kurdischen Öffnung“ der AKP-Regierung nicht mehr als Augenwischerei und eine Imagepolitur gegenüber der EU darstellte.

23.7.2012


0 Antworten auf „X, Q und W bleiben verboten“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


− sieben = zwei