19.März: Fethullah Gülen – Ein (grauer) Wolf im Schafspelz

Kundgebung gegen Veranstaltung der Gülen Bewegung

Reißen wir Fethullah Gülen und seiner Bewegung die Maske vom Gesicht – Sie stehen für Kriegstreiberei, Repression, Ausgrenzung und Aufruf zu Massenmord in den kurdischen Provinzen der Türkei

Am 19.03.12 veranstaltet das zur Bewegung um den türkischen Geistlichen Fethullah Gülen zählende Berliner „Forum für interkulturellen Dialog e.V. in der Humboldt Universität eine „Diskussionsveranstaltung“. „Interkultureller Dialog“ hört sich freundlich an, Äußerungen Fethullah Gülens zur „Lösung“ der Kurdischen Frage in der Türkei sprechen aber eine andere Sprache. In einer Videobotschaft vom 24.11.2011 kritisierte Gülen die türkische Armee, weil sie bis heute nicht mit den kurdischen Freiheitskämpfern fertig geworden sei. Und er ruft dazu auf:

„Lokalisiert sie, umzingelt sie (…) zerschlagt ihre Einheiten, lasst Feuer auf ihre Häuser regnen, überzieht ihr Klagegeschrei mit noch mehr Wehgeschrei, schneidet ihnen die Wurzeln ab und macht ihrer Sache ein Ende!“.

Das Berliner „Forum für interkulturellen Dialog“ distanzierte sich nicht etwa von den Äußerungen, sondern unterstützte sie mit einer Pressemitteilung. Darin wird Fethullah Gülen mit der Aussage zitiert, dass man mit den nicht „terroristischen“ 95 Prozent der kurdischen Bevölkerung „liebevoll“ umgehen müsse. Demzufolge gelten für Fethullah Gülen 5 Prozent der kurdischen Bevölkerung, also etwa 1 Million Menschen, als „Terroristen“ und werden zum Abschuss freigegeben.

Feuer regnete es auf 34 kurdische ZivilistInnen am 28.12.2011 in der Nähe der kurdischen Grenzstadt Quliban (Uludere). Diese 34 vorwiegend jugendliche Dorfbewohner wurden zunächst mit Artillerie beschossen, anschließend aus Kampfflugzeugen bombardiert. Ein Ereignis, das sich jederzeit wiederholen kann. Nicht umsonst dankte der Regierungschef des mit Hilfe der Gülen-Bewegung gewählten AKP-Regimes, Ministerpräsident Erdoğan, wenige Tage nach dem Massaker den türkischen Streitkräften für „ihr sensibles Vorgehen.“
Der Antidemokrat Gülen hat bereits die blutigen Militärputsche 1971 und 1980 in der Türkei als „Rettung des Vaterlandes“ vor „Ungläubigen“ und „Kommunisten“ gerechtfertigt und auch den vom Militär erzwungenen Rücktritt der Regierung Erbakan 1997 unterstützt. Unter der seit 2002 regierenden islamisch-konservativen AK-Partei hat sich die ultranationalistisch-religiöse Gülen-Gemeinde nun selbst tief im türkischen Staatsapparat eingenistet und systematisch Polizei und Justizapparat unterwandert. Ihre Macht nutzt die Gemeinde, um Oppositionelle und Kritiker unter fingierten Terrorvorwürfen in Haft ins Gefängnis zu bringen. Zurzeit befinden sich in der Türkei nach Angaben des internationalen PEN-Clubs über 100 Journalistinnen und Journalisten sowie Schriftsteller in Haft – mehr als in jedem anderen Land der Erde. Betroffen sind prokurdische, linke und laizistische Medien sowie generell Gülen-Kritiker.

Wenn wir jetzt gegen diese Veranstaltung Gülen Bewegung protestieren, dann demonstrieren hier auch für eine politische Lösung der kurdischen Frage, gegen die Diskriminierung und Verfolgen von nichtsunnitisch-türkischen Gemeinschaften in der Türkei, insbesondere von Alevitinnen und Aleviten, Christinnen und Christen, Ezidinnen und Eziden und anderen Bevölkerungsgruppen. Wir fordern ein Ende der rassistischen Hetze und der Aufrufe zum Massenmord.

Hinter Gülens Maske von „Dialog“ und „Toleranz“ verbergen sich Feinde der Freiheit!

19.03.12 um 18:30 – Planckstr. 13 vor Jacob und Wilhelm Grimm Zentrum/U-Bhf. Friedrichstr. Berlin

Verband der Studierenden aus Kurdistan – YXK (Berlin) – Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin – Kampagne „Demokratie hinter Gittern“


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