29.12: Türkische Armee ermordet 36 Zivilist_innen

50 – 70 KurdInnen und Sympathisanten antifaschistischer Gruppen versammelten sich heute um 17:30 vor der türkischen Botschaft in Berlin-Mitte um gegen ein Massaker an kurdischen Zivilisten zu protestieren, bei dem eine Nacht zuvor von der türkischen Luftwaffe in der kurdischen Provinz Sirnak 36 Schmuggler mit einem Bombenangriff getötet worden waren. Sie legten vor dem Eingang der Botschaft ein schwarz verhüllten Trauerkranz mit der kurdischen Parole „Sehid Namirin“ ab, um an die Ermordeten zu erinnern und die Verantwortlichen für dieses Massaker und den Krieg gegen die kurdische Bevölkerung zu benennen: Die Türkische Republik und ihre Streikräfte. Sie riefen Parolen wie „Stoppt das Massaker in Kurdistan!“, „Deutsche Waffen, Deutsches Geld – Morden mit in aller Welt“ und „Kürdistan fasizme mezar olacak!“. Nach 20 Minuten versuchte die Polizei die nicht angemeldete Kundgebung einzukesseln, was jedoch durch die schnelle Reaktion der TeilnehmerInnen misslang. Festnahmen gab es keine. Für morgen ist um 15 Uhr eine weitere Protestkundgebung zwischen Bundestag und Brandenburger Tor geplant

Freitag | 30 Dezember | 15: 00 Uhr | Alex (Achtung Ort geändert)

Bei einem Luftangriff der türkischen Armee gestern Nacht in der kurdischen Provinz Sirnak sind 36 wehrlose kurdische Zivilisten getötet worden. Nach Angaben kommunaler Politiker soll es sich um eine Gruppe von Jugendlichen gehandelt haben, die versucht hat Benzin über die Grenze zu schmuggeln. Wegen der Kriegbedingungen ist ein Großteil der Bevölkerung in den Grenzregionen zum Irak und dem Iran gezwungen ihren Lebensunterhalt mit Benzin- und Zigarettenschmuggel aufzubessern. Die kurdische Partei BDP, die in der Region viele Bürgermeisters stellt, verurteilte das Massaker bei den nach ihren Angaben auch Kinder getötet worden sind. Unbemannte Drohnen und Wärmekameras hatten laut Medienberichten eine große Gruppe von Menschen auf der irakischen Seite der Grenze aufgespürt. Daraufhin hätten Kampfflieger der türkischen Streitkräfte abgehoben und die Region bombardiert. Ein türkischer Sicherheitsoffizier gab gegenüber der türkischen Zeitung „Zaman“ zu das die Armee offenbar bei ihren Bombenangriffen nicht in der Lage ist zwischen PKK-Mitglieder und Schmugglern unterscheiden zu können. Der Vorfall zeigt ein weiteres Mal das die Zivilbevölkerung in den kurdischen Gebieten die Hauptleitragenden der militärischen Eskalationspolitik der Türkei ist und eine politische Lösung der kurdischen Frage notwendiger den jeh ist. Aus diesem Grund rufen kurdische Vereine und antifaschistische Gruppen zu einer Protestkundgebung um 17:30 vor der türkischen Botschaft (U-BHF Heinrich Heine Strasse) auf.

Donnerstag | 29. Dezember | 17: 30 Uhr | Türkische Botschaft | Rungestr. 9 | U-BHF Heinrich Heine Strasse

Erklärung des KNK:
Neues Massaker der Türkei an kurdischen Zivilisten Türkische
Kampfflugzeuge bombardieren kurdische Dörfer, mindestens 40 Kinder und Jugendliche ermordet.

In der Nähe des Dorfes Roboskî im Kreis Qileban (Uludere), Provinz Şirnêx (Şırnak), Türkei, bombardierten in der Nacht auf Donnerstag türkische Kampfflugzeuge eine Gruppe von Zivilisten. Bei dem Massaker wurden 40 Menschen ermordet. Ein Dorfbewohner, der den Angriff verletzt überlebte, erklärte, dass die aus den Flugzeugen abgeworfenen Bomben einen bitteren Geruch verströmten, der ihnen den Atem genommen haben und gebrannt habe. Einige Dorfbewohner seien unter einen Felsen geflüchtet, der sich unter der Bombardierung löste und 10 Menschen zerquetschte. Ein anderer Dorfbewohner berichtete, dass die Soldaten sie zunächst angehalten hätten. Darauf hätten sich die Soldaten entfernt, worauf die Bomber kamen und sie bombardiert hätten. Bei dem Massaker wurden 40 kurdische Zivilisten ermordet. 35 Leichen wurden gefunden, 5 sind wegen ihres zerstückelten Zustandes noch nicht geborgen worden. Wer wird den türkischen Staat und die AKP-Regierung stoppen, die die eigene Bevölkerung bombardieren? Dieser Staat hat erst vor kurzem Giftgas gegen kurdische Gerillakämpfer eingesetzt und ihre Leichen bis zur unkenntlichkeit verbrannt, die Natur zerstört, alle Regeln des Kriegsrechts gebrochen. Niemand hat sie dafür kritisiert. Die so ermutigte Regierung hat dieses Mal Zivilsten grausam ermordet. Ist dies noch ein Massaker oder bereits versuchter Völkermord? Sehen die Staaten, welche die Türkei finanziell unterstützen und mit Waffen und Gas ausrüsten, die Folgen ihres Handelns? Welche Schritte werden die Vereinten Nationen und die internationalen Menschenrechtsorganisationen unternehmen? Werden die Normen des internationalen Rechts auf die Türkei angewandt werden? Mit welchen Sanktionen werden die Staaten, die den Einsatz von Waffen gegen die eigene Bevölkerung in mittelöstlichen Staaten als Grund für Interventionen heranziehen, auf die Bombardierung der eigene Bevölkerung durch türkische Kriegsflugzeuge reagieren? Der türkische Staat hat über 4000 Menschen, darunter Journalisten, Intellektuelle, kurdische Politiker und Jugendliche als politische Gefangene innerhalb der letzten zwei Jahren ins Gefängnis geworfen. Das reichte ihm nicht, jetzt werden kurdische Zivilisten zu Dutzenden ermordet. Dies bedeutetm dass der Versuch der systematischen Vernichtung des Willens eines Volkes durch Mord und Bombardierungen fortgesetzt wird. Der Kurdistan Nationalkongress (KNK) ruft die internationalen demokratischen Institutionen, demokratischen NROs, Menschenrechtsorganisationen und die Öffentlichkeit auf, dieses Massaker aufzuklären. Wir rufen die EU und die USA auf, ihre wirtschaftlichen Beziehungen zur Türkei einzufrieren und ein Waffenembargo zu verhängen.

*Kurdistan Nationalkongress (KNK) * *29.12.2011*


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