PKK verlangt Entschuldigung von Israel

Türkische Armee greift Hochzeitsfeier in Semdinli an

Die Arbeiterpartei Kurdistans PKK hat ein angebliches Angebot Israels, ihrer Guerilla Militärhilfe zu leisten, zurückgewiesen. „Die PKK ist keine Bewegung, die es zulässt, gegen einen anderen Staat instrumentalisiert zu werden“, erklärte PKK-Führungsfunktionär Murat Karayilan am Montag. Wenn der israelische Staat Beziehungen zur PKK wünsche, müsse er sich sich zuerst beim kurdischen Volk für seine Rolle bei der Verschleppung des PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan in türkische Gefangenschaft durch ein internationales Geheimdienstkomplott im Jahr 1999 entschuldigen. Die PKK benötige keine militärische Ausbildungshilfe, da sie bereits über tiefgehende Erfahrung verfüge. Karayilans Erklärung kam drei Tage nachdem die israelische Zeitung Yedioth Ahronoth gemeldet hatte, der rechtsgerichtete israelische Außenminister Avigdor Liebermann erwäge angesichts der diplomatischen Krise mit der Türkei ein Treffen mit PKK-Führern einschließlich Waffenlieferungen. Israelische Regierungsvertreter hatten derartige Pläne allerdings anschießend dementiert.
Unterdessen recherchierte eine Delegation aus Vertretern des Menschenrechtsvereins IHD und der prokurdischen Partei für Frieden und Demokratie BDP den Verlauf eines Gefechts zwischen der PKK und türkischen Sicherheitskräften in der kurdischen Kleinstadt Semdinli nahe der iranischen Grenze. Hier waren am Sonntag drei Zivilisten getötet und sieben weitere schwer verletzt wurden. Offenbar als Vergeltungsaktion für einen PKK-Angriff auf zwei Militärstützpunkte außerhalb der Stadt, bei denen zwei Sicherheitskräfte getötet wurden, beschoss die Armee anschließend das Zentrum der von der BDP regierten Stadt einschließlich des Rathauses und einer Hochzeitsfeier. „Es gibt es kein Haus, dass nicht von Kugeln getroffen worden ist“, berichtet der BDP-Abgeordnete Esat Canan. „Es ist wie ein Kriegsgebiet.“ Laut Augenzeugen wurden zwei Brüder durch Artilleriefeuer getötet, nachdem sie von einer Heron-Aufklärungsdrohne erspäht wurden. Mit Mörsergranaten beschossen wurde auch das Haus des Buchhändlers Seferi Yilmaz. Yilmaz, der als PKK-Aktivist der ersten Stunde 15 Jahre im Gefängnis verbracht hatte, wurde 2005 durch einen Handgranatenanschlag auf seine Buchhandlung bekannt. Die Bevölkerung stellte damals die Attentäter, die sich als Agenten des Militärgeheimdienstes entpuppten. Aus Protest gegen die Angriffe des Militärs blieben die Geschäfte in Semdinli am Dienstag geschlossen.

13.9.2011


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