Warnung vor Chemiewaffen

Türkische Armee setzt Angriffe auf Nordirak fort

Während die Guerilla der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) eine Waffenruhe während der Ramadan-Festtage verkündet hatte, gehen die Angriffe der türkischen Armee auf Ziele im Nordirak unvermindert weiter. Durch die seit dem 17. August laufenden Luftbombardierungen und Artilleriebeschuss wurden laut einem Sprecher der Kurdischen Regionalregierung im Nordirak die Bewohner von mindestens sieben Dörfern zur Flucht gezwungen. Großer Schaden sei an ziviler Infrastruktur wie Häusern, Feldern und Brücken entstanden. In der vergangenen Woche wurden zudem sieben Zivilisten beim Beschuss ihrer Fahrzeuge getötet. Der irakisch-kurdische Regierungssprecher Mahmoud Kawe verurteilte die „Verletzung“ irakisch-kurdischen Territoriums und forderte eine Einstellung der türkischen Aggression.
Die PKK wies türkische Meldungen über bis zu 160 gefallene Guerillakämpfer zurück. Die mit gleichzeitigen Angriffen der iranischen Armee abgestimmten Bombardierungen auf die im iranisch-irakischen Grenzgebiet gelegenen Kandil-Berge sowie das türkisch-irakische Grenzgebiet dienen offenbar der Vorbereitung einer türkischen Bodenoffensive. Sobald die Zivilisten aus dem von der Guerilla kontrollierten Gebiet vertrieben seien, könnte ein Angriff mit chemischen Waffen auf die PKK-Stellungen erfolgen, warnen PKK-Funktionäre vor Kriegsverbrechen. In einer jüngst veröffentlichten Studie hatte der türkische Menschenrechtsverein IHD nachgewiesen, dass die türkische Armee seit 1994 in 39 Fällen solche international geächteten chemischen Waffen einsetzt hatte, durch die 437 Guerillas getötet wurden.
Während sich in den letzten Tagen Zehntausende Zivilisten den Militäroperationen in den kurdischen Landesteilen der Türkei als „lebende Schutzschilde“ in den Weg zu stellen suchten, forderte die PKK-Führung den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan erneut auf, das Dialogangebot des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan anzunehmen. „Die kurdische Frage kann nur durch friedlich-demokratisch gelöst werden”, so die PKK.


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