16.12.2010: Internationale Solidarität mit dem UPS-Streik in der Türkei

Merhaba dostlar / Hallo Freunde,

die İTF (Internationale Transportarbeiter-Föderation hat in 154 Ländern ihre Gewerkschaften zur Solidarität mit dem UPS-Streik in der Türkei aufgerufen. Sie ruft dazu auf, am 16.Dezember UPS-Aktionen zu organisieren oder sich daran zu beteiligen. Daher möchten wir euch für einen Kundgebung ın Berlin aufrufen.

Datum: 16.12.2010
Uhrzeit: 17.00
Ort: U-Bahn Kottbusser Tor

Berlin UPS Streik Solidaritätskomitee

Wildwest bei UPS

Türkei: Firmenchef bedroht Gewerkschafter mit Pistole. Organisation der Beschäftigten soll verhindert werden. Aufruf zu weltweitem Aktionstag

Zur Unterstützung eines seit April andauernden Arbeitskampfes beim Logistikunternehmen UPS in der Türkei ruft die internationale Transportarbeiterföderation (ITF) ihre Mitgliedsgewerkschaften zu einem weltweiten Aktionstag am kommenden Donnerstag auf. Hintergrund ist die Entlassung von 162 UPS-Beschäftigten aufgrund ihrer gewerkschaftlichen Organisation. Nach türkischen Gesetzen wird eine Gewerkschaft erst als tariffähig anerkannt, wenn sie sowohl zehn Prozent aller Beschäftigten einer Branche landesweit als auch über 50 Prozent der Angestellten eines Betriebes als Mitglieder vorweisen kann. Dazu muß die Gewerkschaft den Eintritt jedes einzelnen notariell beglaubigen lassen. Nachdem die Transportarbeitergewerkschaft Tümtis im April erklärte, innerhalb eines halben Jahres allein in der Istanbuler UPS-Vertretung 700 von 2500 Beschäftigten organisiert zu haben, reagierte das Unternehmen sofort mit Kündigungen wegen angeblicher »Arbeitsverweigerung«. In Izmir zwang das UPS-Subunternehmen ER-KA seine Mitarbeiter unter Entlassungsdrohungen zum Notar, damit diese dort ihren Gewerkschaftsaustritt erklärten. Als Tümtis-Aktivisten das Gespräch mit den Kollegen suchen wollten, wurden sie von Managern des Unternehmens bedroht – und der Besitzer Erhan Kahraman schoß mit einer Pistole in die Luft. Als UPS-Angestellte in Istanbul und Izmir Ende April in einen Streik gegen die Entlassungen und für bessere Arbeitsbedingungen traten, prügelte die Polizei Streikbrechern den Weg frei. Letztere versuchten dabei auch, Posten der Ausständigen mit einem Pkw zu überfahren. Zur Unterstützung der Kollegen in der Türkei waren mehrfach Gewerkschaftsdelegationen und Betriebsräte von UPS-Vertretungen aus Europa, darunter Deutschland und Österreich, zu Besuch bei ihren gekündigten Kollegen, die mit Mahnwachen vor den Unternehmensbüros in Istanbul und Izmir für ihre Wiedereinstellung kämpfen. Am 4. November konnte Tümtis vor dem Arbeitsgericht einen ersten Erfolg verbuchen, als die Entlassung eines UPS-Angestellten aufgrund seiner Gewerkschaftsmitgliedschaft erstmals für ungerechtfertigt erklärt wurde. Tümtis wertet das Urteil als richtungsweisend für die Klagen der anderen gekündigten Kollegen. Diese Gerichtsentscheidung sei nur aufgrund des internationalen Drucks möglich geworden. Mit dem internationalen Solidaritätstag am Donnerstag soll dieser Druck noch einmal erhöht werden. UPS-Komitees in mehreren europäischen Städten haben Mahnwachen und Proteste vor Niederlassungen des Konzerns angekündigt. Der belgische Gewerkschaftsbund FNV plant eine Blockade des UPS-Hauptquartiers in Brüssel.

Das international tätige Transportunternehmen UPS hat in der Türkei einschließlich seiner Tochterfirmen 4000 Angestellte in den Depots und weitere 1500 »selbständige« Auslieferungsfahrer. Bei einem Zehnstundenarbeitstag liegt die Bezahlung nur unwesentlich über dem gesetzlichen Mindestlohn von 315 Euro monatlich.

junge Welt 14.12.2010


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