Tatort Kurdistan Jam in Berlin

Rund 500 Menschen protestierten auf dem „TATORT Kurdistan Jam“ am 1.9. zwischen 16 und 22 Uhr in Berlin gegen deutsche Waffenlieferungen an die Türkei. Die Kundgebung mit Konzert wurde unterstützt von einem breiten Bündnis
aus friedenspolitischen Gruppen, Parteien, kurdischen Vereinen und auch lokalem Gewerbe am Heinrichplatz. Mit dabei waren unter anderen die Antifaschistische Linke Berlin (ALB), die Deutsche Friedensgesellschaft- Vereinte Kriegsgegner (DFG – VK), AVANTI Projekt undogmatische Linke Berlin, das SO 36, Yekkom- Föderation kurdischer Vereine in Deutschland, das Berliner Bündnis „Freiheit für Mumia Abu-Jamal“, MLPD, DKP und DIE LINKE-Neukölln.

Zahlreiche Transparente schmückten den Heinrichplatz. Gefordert wurde dort unter anderem „Stoppt den Krieg in Kurdistan! Schluss mit der deutschen Beihhilfe zum Mord“, „Waffenexport ist Massenmord – Stoppt die deutschen
Waffenlieferungen in die Türkei und weltweit“. Auch antifaschistische Gruppen beteiligten sich mit Forderungen wie „Nie wieder Krieg- Nie wieder Faschismus!“.
Eine Fotoausstellung einer Menschenrechtsdelegation, die im März diesen Jahres zu Newroz nach Kurdistan reiste, schmückte die Mittelinsel, auch die Kampagne präsentierte eine Ausstellung mit vielen Hintergrundinformationen zu Rüstungsexporten, Repression gegen kurdische Aktivist_innen, deutscher Flüchtlingspolitik, problematischen Energieprojekten (Ilisu-Staudamm und Erdgaspipeline Nabucco) und den Giftgasangriffen auf Halabja.

In den zahlreichen Redebeiträgen wurde auf die Situation in den kurdischen Gebieten hingewiesen. So berichtete der Menschenrechtsaktivist Michael K., der gerade von einer Delegation in den kurdischen Gebieten der Türkei zurückgekehrt ist: „Trotz des Waffenstillstandes der PKK gehen die Militäroperationen weiter. […] Gegen die Guerilla werden dabei auch verbotene chemische Waffen eingesetzt.“ Die Bundestagsabgeordnete der Linken Ulla Jelpke, kürzlich von einer Reise aus der kurdischen Autonomieregion im Nordirak zurückgekehrt, berichtete über die Entwicklungen hinsichtlich des Giftgasanschlages 1988 in Halabja: „Die Überlebenden fordern von der deutschen Regierung eine Entschuldigung. Sie fordern, dass die deutschen Händler des Todes endlich dafür zur Rechenschaft gezogen werden, dass sie für ihre Profite buchstäblich über Leichen gingen. Denn 70 Prozent der irakischen Giftgasproduktionsanlagen wurden von deutschen Firmen geliefert“.

Dr. Nick Brauns vom Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin erinnerte derweil an den Militärputsch vom 12. September 1980, der sich nun zum 30. Mal jährt: „Die NATO hat diesen Putsch, durch den mit der Zerschlagung der Gewerkschaften der Neoliberalismus in der Türkei durchgesetzt wurde, in einer Strategie der Spannung mit Hilfe von Anschlägen der Grauen Wölfe vorbereitet. […] Die Bundesrepublik unterstützte die Putschisten von Anfang an mit Waffen und Diplomatie. Gegen das heute unter islamischer Fahne fortbestehende Regime und die undemokratische Verfassung unterstützen wir die kurdische Befreiungsbewegung und die Arbeiterbewegung in der Türkei.“

Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin
Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB)
Kampagne TATORT Kurdistan


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