Blutigster Tag für das Militär

Kurdische Guerilla tötet elf türkische Soldaten. Bombenangriffe auf Nordirak

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat am Sonntag in Van gedroht, die PKK-Guerilla »in ihrem eigenen Blut« zu ertränken. Bei der Beerdigungszeremonie für am Vortag bei Kämpfen mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gefallene Soldaten kündigte er die »Auslöschung« der Organisation an. Der vergangene Samstag war der »blutigste Tag für das türkische Militär seit zwei Jahren«, wie die Tageszeitung Hürriyet titelte, nachdem elf Soldaten bei einem Guerillaangriff auf einen Militärposten in Semdinli im türkisch-iranischen Grenzgebiet getötet worden waren. Nach PKK-Angaben starben bei den Gefechten auch zwei Angehörige der Guerilla, das Militär sprach von zwölf getöteten Kämpfern. Bei anschließenden türkischen Luftangriffen auf kurdische Dörfer im Nordirak starb ein 15jähriges Mädchen, zahlreiche Zivilisten wurden verwundet.

Seit Beendigung ihres Waffenstillstands am 1. Juni hat die PKK rund zwei Dutzend Angriffe auf die türkische Armee durchgeführt, bei denen nach ihren Angaben rund 60 Soldaten getötet, mehrere Panzerwagen zerstört und zahlreiche Waffen erbeutet wurden. Die Guerillakämpfer organisierten auch stundenlange Straßenkontrollen und verkündeten dabei auf Transparenten: »Hier beginnt das autonome Kurdistan«.

Unterdessen wurden zehn Mitglieder einer 34köpfigen Friedensgruppe wegen angeblicher PKK-Unterstützung verhaftet. Sie waren im vergangenen Oktober auf einen Vorschlag von PKK-Führer Abdullah Öcalan hin aus den Guerillacamps und aus dem Flüchtlingslager Maxmur im Nord­irak in die Türkei gekommen, um den Willen der PKK zu einer politischen Lösung zu betonen. Damals durften die von Zehntausenden jubelnden Menschen an der Grenze empfangenen Friedensbotschafter nach kurzem Verhör einreisen, weil sich die Regierung dadurch eine Unterstützung ihrer inzwischen als Luftnummer entlarvten »demokratischen Öffnung« versprach.

jw 21.6.2010


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