Mahnwache: Rettet Tigris und Munzur: Staudammbauten stoppen!

Donnerstag 14.1.2010, in Berlin, Hamburg, Frankfurt/M.,
München

Die türkische Regierung plant in den nächsten Jahren den Bau von bis zu
2000. Staudämmen und Wasserkraftwerken, darunter den Ilisu-Staudamm am
Tigris und allein 19 Projekte am Munzur-Fluss in Dersim (Tunceli).
Gravierende Umweltschäden, der Verlust unschätzbarer Kulturgüter und der
Lebensgrundlagen der Menschen in den Staugebieten wären die Folgen,
sollten die Dämme gebaut werden.

Aus dem _Ilisu_-Projekt am Tigris zogen sich im Juli 2009 die
Regierungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie mehrere
Privatbanken zurück, weil das Vorhaben Weltbankstandards nicht erfüllt.
Die türkische Regierung betont jedoch, den Staudamm trotzdem bauen zu
wollen und bemüht sich intensiv um neue Finanzierung aus China oder
durch türkische Banken. Die Menschen im Baustellengebiet sollen im
Sommer ihre Häuser verlassen, ohne dass ihnen ausreichende
Entschädigungen gezahlt oder neue Einkommensmöglichkeiten angeboten
wurden, um ein neues Leben anzufangen. Auch die 12.000 Jahre alte Stadt
Hasankeyf, eine historische und archäologische Kulturstätte von
Weltrang, wird nach den Plänen im Stausee künftig untergehen.

Das _Munzur_-Tal und die es umgebende einzigartige Gebirgslandschaft
wurden 1971 von der türkischen Regierung zum Naturschutzgebiet erklärt.
Bisher ist der größte Teil des Tales noch unberührt und stellt eine
unschätzbare ökologische Kostbarkeit dar. Doch zwei Staudämme wurden
bereits errichtet, ein weiterer ist im Bau und insgesamt 19 sind
geplant. 1500 Pflanzenarten, und zahlreiche Wildtiere, von denen viele
nur dort vorkommen, sind dadurch vom Aussterben bedroht. Eine Erwärmung
und Austrocknung des Gebiets durch verringerten Schnee- und Regenfall
ist zu befürchten. Die Bauern des Tals verlieren ihre
landwirtschaftliche Grundlage und stehen vor der Zwangsumsiedlung,
obwohl die geplante Energiegewinnung durch die Staudämme nur knapp 1 %
des Gesamtbedarfs der Türkei ausmacht.

Alternative Energieträger wie die Wind- und Sonnenenergie stehen in der
Türkei reichlich zur Verfügung. Dennoch setzt die türkische Regierung
trotz der bekannten Folgen weiterhin auf den Bau von Großstaudämmen,
deren Funktionsfähigkeit auf 40 – 70 Jahre geschätzt wird. Zurück
bleiben eine irreversibel zerstörte Natur und die Verarmung großer
Bevölkerungsteile, überwiegend der kurdischen Minderheit in der Türkei.

SAGEN SIE NEIN!

Kommen Sie zur Mahnwache am Donnerstag, 14. Januar 2010

in Berlin, 12–13 Uhr, vor der türkischen Botschaft, Rungestr. 8, 10179
Berlin (U-Bhf. Heinrich-Heine-Str.) (Kontakt: 0177-345 2611)

in Hamburg, 14-15 Uhr, vor dem türkischen Konsulat, Tesdorpfstraße 18,
20148 Hamburg (Kontakt: 0176-4825 3690)

in Frankfurt/M., 12-14 Uhr, vor dem türkischen Konsulat, Zeppelinallee
47, 60325 Frankfurt-Bockenheim (Kontakt: 0163-925 0916)

in München, 17-20 Uhr, Neuhauser Str. am Richard-Strauß-Brunnen
(Kontakt: 0179-295 2392)

--
GegenStrömung – CounterCurrent
Heike Drillisch
Tel. +49 – 331 – 70 48 212, +49 – 177 – 345 26 11
heike.drillisch@gegenstroemung.org, www.gegenstroemung.org


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