Mesopotamisches Sozialforum eröffnet

Hallo und Rojbas,

gestern wurde in Diyarbakir das Mesopotamische Sozialforum eröffnet. Als die Demo mit mehreren tausend Leuten am Veranstaltungsort eintraf, wurden ‚El Pueblo unido‘ und die Internationale gespielt. Parolen wie ‚Schulter an Schulter gegen den Faschismus‘ und ‚Freiheit für die Kurden, Frieden für den mittleren Osten‘ waren zu hören.

Pace-Fahnen (Türk.: Baris) waren ebenso zu sehen wie Bilder von gefallenen Guerilleras und Guerilleros. Dabei handelt es sich aber nicht um zwei Fraktionen von Demonstranten, die sich erbittert voneinander distanzieren. Die Kombination steht für den Wunsch nach Frieden – aber nicht um jeden Preis. Der Respekt vor den Söhnen, Töchtern, Brüdern und Schwestern, die sich nach dem Militaerputsch dem bewaffneten Befreiungskampf angeschlossen haben, ist gleichwohl ungebrochen.

Im Amed-Camp gab es bereits vor Beginn des Sozialforums eine Veranstaltung über das Konzept ‚Demokratischer Konföderalismus‘ – was letztendlich ein Synonym für ‚Alle Macht den Raeten, alles Land den Bauern‘ ist. Der Kongress für eine demokratische Gesellschaft will, dass die vertriebene Landbevölkerung in die Dörfer zurückkehren kann – aber nicht zu den alten feudalen und patriarchalen Strukturen, sondern um Kooperativen aufzubauen.

Vielleicht hilft den Genossen ja der Austausch mit den Freunden aus Lateinamerika, die hier in den naechsten Tagen erwartet werden.

C.W., Amed, 27.9.09


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