21. Juli: Buchvorstellung: Zivilisation und Wahrheit

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Freitag 21. Juli 18 Uhr
Mehringhof – Gneisenaustraße 2a
Berlin

Abdullah Öcalan kritisiert nicht nur den Kapitalismus, sondern weitet den Blick auf die zugrunde liegenden Strukturen der Zivilisation. Indem er die Methoden zum Verständnis von Gesellschaft, Wissen und Macht hinterfragt, bereitet er einer Soziologie der Freiheit den Boden. In diesem ersten Band des »Manifests der demokratischen Zivilisation« reflektiert Abdullah Öcalan seine Erkenntnisse aus 35 Jahren revolutionärer Theorie und Praxis und 10 Jahren Isolationshaft auf der türkischen Gefängnisinsel İmralı.

„Die Revolution vom 19. Juli ist zuallererst eine Frauenrevolution“

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Der Kovorsitz des Exekutivrats der Demokratischen Föderation Nordsyrien zum 5. Jahrestag der Revolution , 19.07.2017

Wir gratulieren unserer Gesellschaft und der ganzen Menschheit zum fünften Jahrestag vom des 19. Juli und gedenken respektvoll an unsere Gefallenen. Wir begrüßen unsere an der Front Widerstand leistenden Kämpferinnen und Kämpfer und wünschen ihnen viel Erfolg. Die Revolution vom 19. Juli in Syrien war ein historischer, innovativer und großer Anfang. Sie hat die revolutionäre Realität der Gesellschaften Syriens hervorgebracht und wurde zu einer Revolution der gegen Tyrannei rebellierenden Völker. Ein Teil der syrischen Opposition hat mit der Revolution gebrochen und begonnen der Politik äußerer Kräfte zu dienen..
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Des Sultans nächste Geisel

Menschenrechtsaktivist aus Berlin in Türkei verhaftet. Wilde Verschwörungstheorien dienen als Begründung

Von Nick Brauns

Der aus Berlin stammende Menschenrechtsaktivist und IT-Experte Peter Steudtner ist am Montag in Istanbul unter dem Vorwurf der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung in Untersuchungshaft genommen worden. Der 45jährige war vor rund zwei Wochen während eines von ihm geleiteten Workshops über »Digitale Sicherheit und Informationsmanagement« auf der Insel Büyükada bei Istanbul von Antiterroreinheiten der Polizei festgenommen worden. Zusammen mit Steudtner wurden die türkische Landesdirektorin von Amnesty International, Idil Eser, die Mitbegründerin der Bürgerrechtsvereinigung Helsinki Citizens Assembly, Özlem Dalkiran, die Frauenrechtsaktivistin Ilknür Üstüm sowie ein aus Schweden stammender iranischstämmiger Kollege von Steudtner, Ali Gharavi, festgenommen. Auch sie wurden nach der Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft genommen.
In junge Welt vom 19.7.2017 weiterlesen

Offener Brief von Demirtaş an Erdoğan

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Der inhaftierte Ko-Vorsitzende der HDP Selahattin Demirtaş hat an den türkischen Präsidenten Erdoğan, der ihn während einer Pressekonferenz auf dem G20-Gipfels in Hamburg einen Terroristen genannt hatte, einen Offenene Brief geschrieben.

Wir dokumentieren den Brief in voller Länge:

Zunächst gebe ich Ihre Beleidigung meiner Person, die auf den Willen von Millionen Menschen abzielte, an Sie zurück. Andererseits sollte ich Ihnen für Ihr Eingeständnis danken.

Sie haben uns die Arbeit abgenommen zu beweisen, dass das gegen uns laufenden Verfahren, der Anschein eines Gerichtsverfahrens, nichts mit Rechtsprechung zu tun hat und das Urteil längst von Ihnen persönlich gesprochen wurde.

Ich fordere Sie öffentlich auf: in den letzten acht Monaten haben die Ihnen zu Diensten stehenden Staatsanwälte und Richter nicht einen einzigen Beweis dafür gefunden, dass ich während der Kobane-Oktoberproteste [2014] die Bevölkerung zum Vandalismus aufgerufen habe. Wenn Sie einen entsprechenden Beweis gegen mich haben, möchte ich Sie bitten, ihn den Staatsanwälten vorzulegen, die so verzweifelt danach suchten.
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Gerechter Krieg

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Der rein geopolitische Blick verkennt die Dynamik des Volkskrieges in Nordsyrien

Von Nick Brauns

Im Sommer 1917 musste Lenin aus Russland fliehen, weil die Provisorische Regierung ihn beschuldigte, als deutscher Agent einen Aufstand zur Schwächung der russischen Front organisiert zu haben. Hintergrund des Agentenvorwurfs war die Tatsache, dass Lenin mit Hilfe des deutschen Generalstabs im plombierten Waggon aus seinem Schweizer Exil nach Russland gelangt und von der deutschen Regierung zudem mit Geld zur Herausgabe der kommunistischen Parteipresse ausgestattet worden war. Dieser Pakt zwischen dem Revolutionär und dem Kaiserreich war zulässig, da Lenin den Deutschen nie etwas anderes versprochen hatte, als entsprechend seinem Programm im Falle der Machtübernahme der Bolschewiki Russland aus dem Weltkrieg zurückzuziehen. Der Generalstab war dabei ein kurzfristiger, taktischer Partner, während die revolutionäre deutsche Arbeiterbewegung der strategische Verbündete der Bolschewiki blieb.
In junge Welt vom 14.7.17 weiterlesen

Deir ez-Zor im Rückspiegel von Afrin und mögliche Entwicklungen

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Abdulmelik Ş. Bekir zu den Hintergründen der Kriegsvorbereitungen des türkischen Staates gegen den kurdischen Kanton Afrin in Rojava, 13.07.2017

“Die Türkei ist nicht nur in Afrin, sondern in keiner Region Syriens in der Lage eine Operation durchzuführen. Der Angriff auf Afrin hängt vollständig von der Haltung Russlands ab. Und es ist klar, dass dies für Russland nicht sehr angenehm ist. Dafür gibt es einige Gründe. Aus der Perspektive der Türkei bietet ein möglicher Angriff auf Afrin ernsthafte Konsequenzen. Der bedeutendste ist, dass der Krieg in Syrien auf die Türkei überschwappen kann.“
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Türkei: Ein Jahr nach dem Putschversuch

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Von Elke Dangeleit, 15.07.2017

Am 15. Juli jährt sich der gescheiterte Putschversuch zum ersten Mal. Erdogan nahm vor einem Jahr dies zum Anlass, die Opposition auszuschalten. Die Zahl der Inhaftierten steigt stetig. Nun hat es auch den Regisseur von Erdogans Propagandafilm ‚Reis‘ getroffen. Während die Zahl der inhaftierten Deutschen in der Türkei steigt, steigt in Deutschland die Zahl der Asylanträge türkischer Staatsbürger. Doch in Sicherheit wähnen können sich diese Menschen nicht. Der türkische Geheimdienst hat in Deutschland mehr Spitzel als die Stasi in ihrer gesamten Zeit jemals hatte. Nun hat Erdogan einer Bundestagsdelegation den Besuch des Nato-Stützpunktes in Konya verwehrt.
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Geschenk Gottes

Vor einem Jahr scheiterte ein Putschversuch gegen den ­türkischen Präsidenten Erdogan

Von Nick Brauns

Es war am 15. Juli 2016 gegen 22 Uhr, als plötzlich Kampfflugzeuge im Tiefflug über Ankara flogen und in Istanbul Panzer am Taksim-Platz, den Bosporus-Brücken sowie dem Atatürk-Flughafen auffuhren. In Ankara beschossen Kampfhubschrauber die Zentrale des Geheimdienstes, eine Bombe traf das Parlament. Ein »Rat für Frieden in der Heimat« verkündete über den besetzten staatlichen Fernsehsender TRT die Übernahme der Staatsmacht. Doch über ein von einer Journalistin in die Kamera gehaltenes Mobiltelefon wandte sich Präsident Recep Tayyip Erdogan gegen 22.30 Uhr an die Bevölkerung. Er appellierte an sie, auf die öffentlichen Plätze zu kommen und den Putschisten »die Stirn zu bieten«. Nun strömten Hunderttausende auf die Straße, stellten sich den Soldaten entgegen und kletterten auf die Panzer. Schließlich gaben die Aufständischen, die nur eine Minderheit der Streitkräfte hinter sich hatten, auf. 250 Zivilisten waren durch Schüsse der Putschisten gestorben. Junge Soldaten, die glaubten, an einem Manöver teilzuhaben, wurden von einem islamistischen Mob gelyncht.
In junge Welt vom 14.7.17 lesen

Die Kurden – »fünfte Kolonne« Washingtons im Syrien Krieg?

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Diskussion mit den jW-Autoren Karin Leukefeld und Nick Brauns

Donnerstag, den 13. Juli 2017, Beginn 19:00 Uhr
Junge Welt Ladengalerie Torstrasse 6 (Nähe Rosa-Luxemburg Platz) Berlin

Der Krieg, der seit 2011 in Syrien geführt wird, macht längst nicht mehr an den Grenzen des arabischen Landes Halt. Es gibt viele Akteure, die eigene Interessen in der geostrategisch wichtigen Region verfolgen, darunter die Weltmächte USA und Russland.

In der komplizierten Gemengelage kommt den Kurden und ihren politischen Organisationen eine besondere Rolle zu. Im Kampf gegen den »Islamischen Staat« haben sich PKK und YPG auf ein militärisches Bündnis mit Washington eingelassen, das von vielen Linken nicht nur hierzulande kritisch gesehen wird: Machen sich die Kurden zum Helferhelfer Washingtons gegen die legitime Regierung in Damaskus? Oder handelt es sich um eine legitime (temporäre) Allianz im Freiheitskampf, den kurdische Einheiten in Rojava und in den Kandilbergen führen – für Autonomie und Sozialismus? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum eines Streitgesprächs mit den jW-Autoren Karin Leukefeld und Nick Brauns.

Moderation: Stefan Huth (jW-Chefredakteur)

Eintritt: 5,00 €/ermäßigt: 3,00 €

Um Anmeldung unter 030/536355-56 oder mm@jungewelt.de wird gebeten.

Verfolgung im Exil

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Türkischer Geheimdienst plant offenbar Attentat auf kurdische Politiker in Europa

Von Nick Brauns

Seit sieben Jahren engagiert sich Mustafa K. in einem kurdischen Kulturverein am Hamburger Steindamm. Zwei Jahre lang gehörte der Gemüsehändler sogar dessen Vorstand an. Doch offenbar handelt es sich bei dem aus der Provinz Corum im mittleren Norden der Türkei stammenden Mann keineswegs um einen Anhänger der kurdischen Befreiungsbewegung, sondern um einen strammen türkischen Nationalisten, der im Auftrag des türkischen Geheimdienstes kurdische Politiker in Hamburg ausspähte. Das enthüllten die Vorsitzenden des »Kongresses der kurdischen demokratischen Gesellschaft in Europa« (KCDK-E), Yüksel Koc und Fatos Göksungur, zusammen mit den Vorsitzenden der Hamburger Fraktion von Die Linke, Cansu Özdemir und Sabine Boeddinghaus, am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Rathaus der Hansestadt.
Weiterlesen in junge Welt vom 6.7.17



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